Weiherede am 12. Mai 1914

Mariens├Ąule-Einweihung
Ich sage euch, wenn diese schweigen so werden die Steine reden. Luc.19,40.
Eine r├Ątselhafte Bilds├Ąule stand im alten ├ägypter Land die Memnons├Ąule. Wenn der Strahl der Morgensonne sie vergoldete, dann fing sie an wundersam zu t├Ânen. Man nannte sie redende S├Ąule. Durch die apostolische Hand unseres hochw├╝rdigen Herrn Bischofs soll heute die Mariens├Ąule eingeweiht werden.Mariens├Ąule-Einweihung
Und ich meine, diese S├Ąule ist auch eine redende S├Ąule.
Eine Geisterstimme, eine Engelstimme, eine Himmelsstimme geht von ihr aus f├╝r alle die sie sehen. Man kann die Worte von ihr anwenden: Und wenn alles schweigt, so werden die Steine reden. Ja , du steinernes Denkmal bist ein steinerner Prediger hier, du bist ein Prediger, ├╝ber dem von heute an die Weihe der Kirche ruht.
Deine Kanzel ist hier die Rebenumrahmte H├Âhe. Deine Zuh├Ârer sind die weiten breiten Fluren allum und alle Menschen, die zu dir emporschauen ÔÇô Du bist ein Prediger in der W├╝ste! Du redest von Bischof Georgius Heinrich, der Dich eingeweiht und einst hier gewirkt im Weinberg des Herrn, du redest von edelsinnigen
Stiftern, durch deren Gaben du errichtet werden konntest;
Du redest von der frommen Freude der r├Âmisch-katholischen Gemeinde Hessloch an diesem Tage, -
und noch mehr:
Du Denkmal predigst vor allem:
1. Wahrheiten aus der Vergangenheit und
2. Wahrheiten f├╝r die Zukunft.

An diesem Abhange dieses H├╝gels lag das sogenannte Hospital.
Gegr├╝ndet war es vor ca. 600 Jahren durch die Herren von Dalberg f├╝r arme Pilger, Kranke und Arme
in Hessloch-Gabsheim, Ortschaften, die Dalberger Besitz waren. Eink├╝nfte hatte das Spital in 13 umliegenden Gemeinden, seine G├╝ter lagen in den 3 Gemarkungen Hessloch, Dittelsheim, Bechtheim.
Im 17 Jahrhundert gingen j├Ąhrlich 1200 fl. Zinsen ein an Geld.
Im Jahre 1824 wurde das Spital insgesamt mit Liegenschaften und Eink├╝nften gesch├Ątzt auf 52000fl und festgestellt, dass 20-30 Arme unterst├╝tzt wurden.
Verwaltet wurde das Spital bis zur franz├Âsischen Zeit als rein religi├Âse Gr├╝ndung. Die franz├Âsische Regierung bestimmte 1796 eine Kommission von 5 Mitgliedern zur Verwaltung. 1806 gestattete sie Dalberg nur eine beratende Stimme.
Und als Hessen hier zu befehlen hatte, wurde die Verwaltung des Spitals einer, durch das Kreisamt zu ernennenden f├╝nfk├Âpfigen Kommission ├╝bertragen.
Doch hiervon redet dieses Denkmal nicht so sehr; diese Mariens├Ąule redet von der einstigen Liebfrauenkapelle,
die einst diesen H├╝gel kr├Ânte durch f├╝nf Jahrhunderte. Ihr Steine ruft die alten Zeiten auf, die einst hier vor├╝bergerauscht!

14. Jahrhundert:
Wer lie├č die Liebfrauenkapelle bauen? Die edlen Herren von Dalberg um das Jahr 1300. Wer besorgte den Gottesdienst? - ein eigner hier wohnender Kaplan. Wer bestellte den Geistlichen? ÔÇô die adelige Herrschaft besa├č das Patronat. Wer hatte die geistliche Aufsicht? ÔÇô Die Oberaufsicht f├╝hrte der Probst von Liebfrauen zu Mainz, die religi├Âse Unteraufsicht der Pfarrer von Hessloch. Welchen Nutzen hatte Hessloch von dieser Kapelle? ÔÇô Der Geistliche hatte an Sonn und Feiertagen Gottesdienst in Hessloch zu halten. Am 2. Ostertag zogen die Katholiken Hesslochs mit Kreuz und Fahnen in die Liebfrauenkappelle und sangen das fr├Âhliche Osterhalleluja beim Hochamte daselbst und der Spitalmeister hatte den Pfarrer und die Kirchengeschworenen zu bewirten.

15. Jahrhundert:
Ich h├Âre die Glocken der Kapelle l├Ąuten. Ich sehe Wallfahrer hier einziehen. Ich freue mich, dass sie reiche Almosen in den Opferstock und auf die Alt├Ąre legen f├╝r das Hospital. Ich bewundere die 2 Alt├Ąre, welche dieses Gotteshaus zieren (1404). Das alles lese ich heute noch in ehrw├╝rdigen Urkunden.

16. Jahrhundert:
In Hesslochs Pfarrkirche wird ein neues Evangelium durch die Lutheraner gepredigt. Zeitweise kann ein katholischer Pfarrer ├╝berhaupt nicht in Hessloch wohnen. In dieser sturmvollen Zeit findet der katholische Gottesdienst statt in der Liebfrauenkapelle. Ein Rettungshafen des katholischen Glaubens war sie in dieser Zeit.

17. Jahrhundert:
Kurzsichtige Menschen, die Insassen des Hospitalhofes, wollen sich dem Pfarrverbande, der Pfarraufsicht entziehen. Doch der b├Âse Feind s├Ąht diesmal umsonst Unkraut unter den Weizen.

18. Jahrhundert:
Das graue alter r├╝ttelt an den Mauern der Kapelle und die Geldlose Armut schleicht sich ein. 1706 dient die Kapelle teilweise als Getreidespeicher und ihre Glocken sind verkauft. 1728 muss Dalberg den kleinen Zenten schenken zur Aufbesserung der Pfr├╝nde. 1735-1810 scheint das Muttergottesheiligtum wieder zu Ehren zu kommen. Da die Pfarrkirche bauf├Ąllig ist, h├Ąlt man 35 Jahre lang allen Pfarr-Gottesdienst hier oben.

19. Jahrhundert:
Du bringst der Kapelle den Untergang. 1817 ist sie niedergerissen.
Die Materialien werden um 550 fl. Und die letzte Kirchenausstattung zu 34fl. Mit bisch├Âflicher Genehmigung verkauft und zur Restaurierung von Pfarrhof und Pfarrhaus verwendet. ÔÇô Das reden die Steine der Mariens├Ąule ├╝ber die Vergangenheit und sie k├Ânnen Davids ÔÇÜWorte gebrauchen:
Einen Weinberg, eine Stiftung hattest du gepflanzt, o Herr, und er f├╝llte das Land aus (mit seinem Segen),
bedeckte die Berge mit seinem SchattenÔÇŽ.. Warum hast du seine Mauern zerstreut?ÔÇť
Unerforschliche Wege der Vorsehung! Aber neben diesem Trauerlied k├Ânnen diese Steine anstimmen ein frohes Danklied ├╝ber die Vergangenheit mit den Worten: ÔÇ×Nach dem Wort des Herrn, das er gesprochen durch Elias, nahm das Mehl nicht ab und das ├ľl wurde nicht allÔÇťÔÇŽ.. an dieser St├Ątte. Eliasgeist, der abget├Âtete Geist der Hirschhorner M├Ânche, die Pfarrer in Hessloch waren, die als Karmeliter den Propheten Elias als Stifter verehrten, Eliasgeist sch├╝tzte die Liebfrauenkapelle. Und von Otterberg in der Pfalz, wo die Zisterzienser eine 82 Meter lange, herrliche Klosterkirche aus demselben unverw├╝stlichen Sandsteine bauten, woraus die Mariens├Ąule besteht, von Otterberg in der Pfalz, in dessen Klosterakten Hessloch neunmal genannt wird, von Otterberg und seinen M├Ânchen flossen ebenfalls Almosen und abgaben in die Kasse des Spitals. Denn Kloster Otterberg hatte in Hessloch H├Âfe und G├╝ter.
Elias Wort, Elias Geist verweilen hier und das ├ľl wurde nicht all.
Das Samariter├Âl christliche Barmherzigkeit floss hier durch die Jahrhunderte. Ein hochherziges Adelsgeschlecht, edelm├╝tiger Wallfahrer sorgten in heiliger Liebe daf├╝r, dass hier die hungrigen ges├Ąttigt, die Fremden beherbergt, die Kranken besucht wurden.
Und das Mehl und das Brot wurde nicht all. O DU g├Âttliches Brot der heiligen Kommunion! F├╝r wieviel Tausende wurdest du hier ein ÔÇ×Brot der StarkenÔÇť.
O Du g├Âttliches Brot der Seelen, du Predigt des Wortes Gottes, die hier entlang, - von der es hei├čt:
Nicht vom Brote allein lebt der Mensch, sondern von jedem Worte, das aus dem Munde Gottes kommt.

Die Steine der Mariens├Ąule reden hier auch f├╝r alle Zukunft
In der heiligen Stadt Jerusalem ragt empor der H├╝gel Sion. Dort weilten am ersten Firmungstage der Kirche die Apostel. Da kam unter Sturmesbrausen herab der Segen des heiligen Geistes ÔÇô f├╝r alle zuk├╝nftigen Zeiten. Auch wir haben in dieser Feststunde ein ├ähnliches erlebt. Sturmesbrausen kam, als wir auf der Liebfrauenh├Âhe standen. Mariens├Ąule-wappen
Und unter Wetter und Regen senkte sich Gottes Segen auf die Mariens├Ąule und es wird ein Segen sein f├╝r alle Zukunft.
CHRISTUS ÔÇô MARIA - DIE HILFE DER HEILIGEN ÔÇô DIE KIRCHE ÔÇô N├äCHSTENLIEBE, das sind f├╝nf Gedanken die dieses Denkmal erweckt und predigt f├╝r alle Zukunft, das sind f├╝nf Wahrheitssterne, die dieses Denkmal kr├Ânen f├╝r die Zukunft, das sind f├╝nf helle geistige Wasserstr├Âme, die ausgehen von diesen Steinen wie einst vom Mosisfelsen silberklare Quellen.Mariens├Ąule-wappen
Ihr seht das Wappen von Hessloch, genauer, das Wappen derer von Dalberg.
Ist dieses Schild dort nicht ein best├Ąndig redendes Lob der christlichen Wohlt├Ątigkeit?
Das Geschlecht der Dalberg, nur noch als der Zweig Dalberg - Hessloch in B├Âhmen ans├Ąssig, ist hier ausgestorben. Aber es lebt das Andenken seiner heiligen Liebe.
Ja die Steine rufen: Wohltaten still und rein gegeben, sind Tote die im Grabe leben, sind Blumen die im Sturm bestehen, sind Sterne die nie untergehen.
Ihr seht am Denkmal das Mainzer Bisch├Âfliche Wappen.
Es erinnert euch an den Nachfolger des hl. Bonifatius, der Apostel der Deutschen, eines hl. Rhabanus Maurus, des Lehmeisters Germaniens, eines hl. Bardo, des Goldmundes hl. Beredsamkeit, eines hl. Willigis, des gro├čen Kanzlers der Ottonen. Und dies Bisch├Âfliche Wappen ruft euch immer zu das Wort des hl. Hieronymus:

ÔÇ×Wer zu seinem Bischofe steht, der ist mein MannÔÇť. Dieses Wappen ermahnt euch: Treu dem Bischofe!
Treu der Kirche! Treu dem hl. Vater, dem obersten Bischofe der Herde Christi!

Ihr seht das Bild des hl. Urban, des Patrons der Weinberge. Im Weinberge musste sich der hl. Papst einst in einer Verfolgung verstecken.Mariens├Ąule UrbanMariens├Ąule Urban Die Weintraube h├Ąlt der hl. Papst in H├Ąnden. Christlicher Bauersmann! Das erinnert Dich an den religi├Âsen Adel, der den christlichen Bauernstand verkl├Ąrt. Hoch hat dich der Heiland geehret. Deinem Berufe entlehnt der Sohn Gottes seine sch├Ânsten Gleichnisse ÔÇ×Ich bin der Weinstock, ihr seid die RebenÔÇŽÔÇť
Mein Vater (im Himmel) ist ein Ackersmann (der Herzen) Ein S├Ąmann ging aus seinen Samen zu s├Ąen ÔÇô doch nicht genug damit!
Du christlicher Bauersmann, darfst die ├ähre auf den sonnigen Fluren hegen und pflegen, Du darfst die Weintraube auf den gr├╝nen Rebenbergen pfl├╝cken und die ├ähren und die Trauben in die Hand der Kirche legen, damit sie als Weizenbrot und ÔÇ×-Wein von der RebeÔÇť verwendet werden beim g├Âttlichen Wunder der hochheiligen Wandlung.
Vergesst nicht diese eure heilige Ehren Krone!
Dies Bild des Papstes sagt euch aber auch: Ihr d├╝rft beten um gedeihliche Witterung und eine reichliche Weinlese . Ihr d├╝rft zum Himmel rufen: Dass du dich Fr├╝chte der Erde geben und erhalten wollest. Ihr d├╝rft beten: Unser t├Ągliches Brot gib uns heute.
Ja! Denn es soll unter euch hei├čen: Bet und arbeit, Gott hilft allezeit. Es soll hei├čen unter euch: Die Hand bei der Arbeit, das Herz zu Gott!

Ihr steht am Denkmal das Bild der lieben Gottesmutter!
O Maria! Du reine Lilie im Bl├╝tengarten Gottes, im Blumenmonate Mai, der Dir geweiht ist, weihen wir Dir dies Denkmal!Mariens├Ąule-MariaMariens├Ąule-Maria
O du reine Jungfrau, rufe von diesem Bilde herab allen, die zu dir emporschauen, das Gotteswort deines Sohnes:
Selig sind, die ein reines Herz haben, sie werden Gott anschauen.
O Maria, Du schaust von hier herab auf die H├Ąu├čer der Menschen! Ruf ihnen zu: Besser ein Tag im Hause Gottes mit reinem Herzen, als 100 Tage in den Zelten der S├╝nder.
O Maria, du schaust herab auf tausende, die dort unten die Wege und Stra├čen wandern, ruf ihnen zu : eine Pilgerfahrt ist unser Leben, aber der beste Reisepass ist ein gutes Gewissen.
O Maria, Du schaust herab auf so viele, die arbeiten im Schwei├če ihres Angesichtes, ruf ihnen zu: Gl├╝ckselig, die auf Gottes Wegen wandeln.
Von deiner H├Ąnde Arbeit wirst du essen. Heil dir, es wird Dir wohl ergehen.
Ihr seht das Kreuz, das die Spitze der Mariens├Ąule kr├Ânt. ÔÇ×O crux ave spes unica! O Kreuz, du unsere einzige Hoffnung, sei gegr├╝├čt!ÔÇť Dieses Kreuz, es kann allen predigen:
ÔÇ×Die Kr├Ânung deines ganzen Lebens und Sterbens muss das Kreuz des gekreuzigten Christus sein.ÔÇť Und jedem Kreuztr├Ąger, der vor├╝bergeht, kann dies Kreuz zurufen:
Du musst dein Kreuz tragen: zur Bu├če, da Du ja sprechen mu├čt: Herr, sei mir armen S├╝nder gn├Ądig. Du kannst dein Kreuz tragen: Da ja Jesus Dir hilft und spricht: Ich bin bei euch alle Tage. Du darfst dein Kreuz tragen: O es ist eine Ehre und Dein Gl├╝ck, der goldene Himmelsschl├╝ssel !ÔÇŽÔÇŽÔÇŽ.
die Israeliten hatten die Philister besiegt. Samuel aber nahm einen Stein und stellte ihn auf (als Denks├Ąule) und nannte den Ort ÔÇ×Stein der HilfeÔÇť und sprach: Bis hierhin hat der Herr geholfen.
Ja euere Mariens├Ąule hier oben, sie ist auch ein Stein, der Hilfe. Sie ruft euch zu: Hilfe hat die d├╝rftige Hand hier gefunden durch f├╝nf Jahrhunderte der Vergangenheit. Aber auch f├╝r die Zukunft ist diese Mariens├Ąule ein Stein der Hilfe. Die Mariens├Ąule redet ja von der Hilfe der ganzen Welt, Jesus von der Helferin der Christen, Maria von den Nothelfern, den heiligen; von der Hilfe unserer heiligen Kirche; von der helfenden N├Ąchstenliebe ein Stein der Hilfe.

Durch die segnende Hand unseres Oberhirten Georg Heinrich Maria Kirstein Bischof Kirsteinsoll nunmehr die Quelle himmlischen Segens erschlossen werden ├╝ber diesem Denkstein. Noch ein Wort zuvor!Bischof Kirstein
Es war anno 1647. Seit 30 Jahren tobte der unselige Glaubenskrieg in deutschen Landen. Der Kaiser Ferdinand III. sah umsonst aus nach einem Ende des Blutvergie├čens. Da wendete sich sein frommes Herz zur Gottesmutter. Zu Wien ÔÇ×UM HofÔÇť, vor der Kirche zu den 9 Ch├Âren der heiligen Engel, lie├č er eine Mariens├Ąule errichten und im Maimonat weihte es sich und sein Land der Himmelsk├Ânigin vor dieser S├Ąule. Das Weihegebet ist heute noch eingeschrieben dort in Erz. Ein Jahr darauf, 1648 brachte die Friedenstaube dem deutschen Volk den ├ľlzweig. Meine lieben Zuh├Ârer! Lasst auch uns in dieser Weihestunde vor der Mariens├Ąule Maria weihen.
Und unser Weihegebet, es sei eingegraben nicht in Erz, sondern in Mari├Ą Herz:

 

ÔÇ×Sei gegr├╝├čt, du Himmelsk├Ânigin, durch dieses Ehrenmal ! Gedenke, o g├╝tige Jungfrau, da├č du nie die deinen hast verlassen. Unter deinem Schutz und Schirm stellen wir uns und unsere Lieben.
O Maria, hilf uns all, hier in diesem Jammertal!
O Du g├╝tige, O du milde, O Du s├╝├če Jungfrau Maria!
AMEN.ÔÇť

 

 

Predigt des Dr. Franziskus Eisenbach am Feste Maria Geburt
zum 75. Weihetag der Mariens├Ąule am 8. September 1989 in der Pfarrkirche
 
 liebe Schwestern und Br├╝der im Glauben

1. Die grosse Heilsgeschichte Gottes mit uns Menschen 
Dieser heutige Abend und dieser Gottesdienst laden uns dazu ein, ein wenig innezuhalten und den kleinen beschr├Ąnkten Ausschnitt unseres Lebens in das Panorama der ganzen Geschichte der Menschheit, das Panorama der Heilsgeschichte Gottes mit uns Menschen hineinzustellen. Wenn wir uns fragen, was dieses Fest Mari├Ą Geburt uns sagen will, so d├╝rfen wir es gewiss auf der menschlichen Ebene feiern und uns dar├╝ber freuen als den Geburtstag der Gottesmutter. Jeder, der sie liebt und sie verehrt, wird dieses Fest ihrer Geburt gerne feiern. Nun ist aber Maria keineswegs nur eine einzelne Pers├Ânlichkeit mit einen besonderen Privileg, sondern Maria ist dar├╝ber hinaus die Kutter der Glaubenden, die Mutter der Kirche. Sie ist diejenige, an der wir erkennen k├Ânnen, wie von Gott her der Mensch gedacht ist und wie vollkommenes Menschsein aussehen soll. So wendet der Geburtstag Mariens unseren Blick nicht nur auf sie, sondern gleichsam durch sie hindurch auch auf das erl├Âste Menschsein, das in ihrer Person gewissermassen zusammengefasst und uns vor Augen gestellt wird.
In der Tradition der Kirche verbindet sich mit dem Fest der Geburt Marias die Erinnerung an den Beginn des Heiles, die Erinnerung daran, dass Gott in der Mitte der Zeit sich entschlossen hat, seinen lieben Sohn durch Maria Mensch werden zu lassen und uns so das ersehnte Beil, die Erl├Âsung zu schenken. Was da in der F├╝lle der Zeit sich ereignen sollte, ist durch die ganze Zeit hin schon vorbereitet. So haben wir es in der Lesung geh├Ârt. dass Gott schon von Ewigkeit her diejenige erw├Ąhlt und vorausbestimmt hat, die er f├╝r seinen Heilsplan gebrauchen wollte. Dies gilt f├╝r Maria und es gilt auch f├╝r uns. So lenkt das Fest Maria Geburt unseren Blick noch weiter in die Vergangenheit. Wir d├╝rfen staunend wahrnehmen. dass Gott von Ewigkeit her den Menschen so gedacht und gewollt hat, dass er einmal endg├╝ltig sich mit den Menschen verbinden und mit
ihm Gemeinschaft haben wollte. Die unendlich lange Geschichte der Vorbereitung unseres Heiles wird uns am heutigen Tag ausf├╝hrlich in dem Evangelium, das wir soeben geh├Ârt haben, angedeutet. Der Evangelist Matth├Ąus stellt uns den Stammbaum Jesu Christi vor
Augen und l├Ąsst diesen Stammbaum mit dem Vater Abraham beginnen, dem Vater des Glaubens. Matthaus nennt dann jeweils vierzehn Generationen bis zum K├Ânig David. dann weitere vierzehn bis zur Exilzeit, als Israel zerst├Ârt und in die Verbannung geschleppt
wurde und noch einmal 14 Generationen bis zu Josef , dem Mann Mariens, dem Pflegevater Jesu. Damit sagt der Evangelist. dass Jesus Christus der Erbe dieser ganzen Geschichte Israels ist, die in Maria gewisserma├čen ihre letzte Bl├╝te und ihre Zusammenfassung und Erf├╝llung findet. Sie ist. wie wir es in den Geheimnissen der Lauretanischen Litanei nachher beten werden. die geheimnisvolle Rose, die aus dem Wurzelstock Davids erbl├╝ht; sie ist die Bundeslade, die den neuen Bund leibhaft in sich tr├Ągt, die Pforte des Himmels, durch welche der Sohn Gottes selbst in unsere Welt eintritt. Maria ist die Zusammenfassung der Geschichte Israels, die Tochter Sion, das neue Israel, das seiner Berufung und Erw├Ąhlung gerecht wird und dem Erl├Âser Raum gibt.
Der Evangelist Lukas geht noch einen Schritt weiter. Er f├╝hrt den Stammbaum Marias zur├╝ck bis auf Adam und Eva und sagt uns damit: Maria ist gleichsam die Frucht der ganzen Menschheitsgeschichte und fasst in sich die ganze Sehnsucht der Menschheit von ihrem
Anfang her zusammen. indem sie sich bereit h├Ąlt, der Frage Gottes, ob sie ihm in ihrem Leben Raum geben wolle, die rechte Antwort zu geben: ÔÇ×Siehe ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort".
Das Geburtsfest Mariens weitet unseren Blick in die ganze Geschichte dieser Welt, der Menschheit und Israels. Sie lenkt unseren Blick auf die Geschichte der Kirche und so auch auf unsere eigene Glaubensgeschichte. Wir werden gewisserma├čen Erben dieser unendlichen Geschichte, die bis auf den heutigen Tag weitergeht.

2. Die Geschichte unseres Glauben in unserem Land
Wir haben versucht, etwas auf die universale Heilsgeschichte zu schauen, die Geschichte Gottes mit seinen Menschen, denen er seine Gnade schenkt und an deren Ungehorsam seine Liebe immer wieder scheitert. Schlie├člich hat er dennoch durch seinen Sohn seinen
Plan mit uns Menschen endg├╝ltig verwirklicht, indem Jesus Christus der neue und wahre Mensch wurde, der die Antwort auf Gottes Liebe durch sein Leben und Sterben f├╝r uns alle gegeben hat und uns so die Erl├Âsung erworben hat.
In diese gewaltige Heilsgeschichte wollen wir nun auch unsere kleine ├╝berschaubare Geschichte hineinstellen. Dazu mag uns die Geschichte der Mariens├Ąule helfen, in der uns ein St├╝ck Geschichte unseres Landes, ein Stuck Kirchengeschichte und ein St├╝ck Geschichte dieser Pfarrgemeinde sinnenf├Ąllig greifbar begegnet.
Es gibt doch zu denken, wenn hier in He├čloch seit ├╝ber tausend Jahren in einer ununterbrochenen Tradition Gottesdienst gefeiert wurde und man nachweisen konnte, dass ├╝ber diesen langen Zeitraum hier immer Seelsorger gewirkt haben. Es gibt zu denken, dass es hier eine Herrschaft gab, die sich entschlossen hat, in He├čloch eine Kapelle zu bauen, in
der ihr Ged├Ąchtnis bis auf den heutigen Tag lebendig geblieben ist. So k├Ânnen wir uns fragen, wof├╝r denn diese Kapelle und in Anschluss daran die Mariens├Ąule Erinnerung sein m├Âchte.
Aus der Geschichte h├Âren wir. da├č an Anfang der fromme Gedanke der K├Ąmmerer von Worms stand. F├╝r ihr Seelenheil in dieser Kapelle Messen lesen zu lassen. Daf├╝r wurde eine Stiftung errichtet. Aus heutiger Sicht w├╝rden wir vielleicht sagen, dass diese Herrn ein wenig zu sehr an sich selbst gedacht haben. In der Sorge um ihr eigenes Seelenheil haben sie vielleicht nicht genug auf ihre Sendung und auf ihre Aufgabe als Christen geachtet. Und so hat es tatsachlich, nicht lange gedauert. bis diese Stiftung sinnvoll erweitert und umgewandelt wurde, indem sie eingerichtet wurde f├╝r Pilger, f├╝r Wallfahrer, die unterwegs krank geworden waren. So kam zu dem urspr├╝nglichen Gedanken der Sorge um das Seelenheil der Stifter gleichberechtigt die Sorge f├╝r kranke und alte Menschen hinzu. Damit ist eigentlich erst die ganze Dimension christlichen Lebens in den Blick gekommen, in welchem es nie nur um die eigene Beziehung zu Gott und das Gelingen des eigenen Lebens gehen kann, sondern immer auch um die Weitergabe der Liebe Gottes an andere Menschen und die Sorge um ihr Leben und ihr Heil. Es ist gut, dass die Stiftung ÔÇ×Hospital He├člochÔÇť bis in unsere Tage weitergef├╝hrt wird und so die Erinnerung daran wach h├Ąlt, dass es zum Dienst des Christen
geh├Ârt, sich um Menschen in Hot zu k├╝mmern. So verbindet sich schon in der Geschichte der
Mariens├Ąule und des Hospitals die Sorge um das Heil des N├Ąchsten mit der Sorge um das eigene Heil. Damit mag die Mariens├Ąule f├╝r uns ein Sinnbild f├╝r die notwendige Verbindung von Gottesliebe und n├Ąchstenliebe sein. Die fromme Bindung an Gott wendet den Blick des Gl├Ąubigen auf die Menschen, die Gottes besondere Freunde sind. die Armen und notleidenden.
die die Hilfe ihrer Mitchristen brauchen, seien es nun die krank gewordenen Pilger oder die alt gewordenen Angestellten der Wormser K├Ąmmerer oder wer immer besonders der Hilfe bedarf. Und so ist diese Stiftung nach wie vor ─▒ Mariens├Ąule in Geltung; ihr Ertrag kommt notleidenden Menschen zugute. Dabei werden wir gewiss nicht nur an die Menschen denken, die im ├Ąu├čeren Sinne in Not sind, sondern ebenso auch an die vielf├Ąltige innere geistliche und geistige Not unter der zahllose Menschen auch hierzulande und heutzutage leiden. 
Die Geschichte dieses Heiligtums zeigt uns, dass wir hier ein Denkmal des Glaubens vor uns haben. das uns die Dimensionen des Auftrages Gottes vor Augen stellt, n├Ąmlich die Aufgabe der Verherrlichung Gottes und die damit unl├Âslich verbundene Aufgabe der Sorge um den N├Ąchsten. Beides geh├Ârt unmittelbar zusammen und darf nicht auseinandergerissen werden.
Die Mariens├Ąule mag uns daran erinnern. dass die Einheit von Gottes- und N├Ąchstenliebe Kennzeichen wahrer christlicher Gemeinde sein muss.

3. Das verpflichtende Erbe des Glaubens
Wenn wir dies bedenken, so stellen sich uns viele Fragen. Die dr├Ąngendste Frage mag sein, ob es uns gelingen wird. den ├╝ber fast zwei Jahrtausende gelebten und verk├╝ndeten Glauben auch weiterzutragen; ob wir noch die innere Glaubenskraft haben, das Zeugnis des Evangeliums der nachfolgenden Generation vorzuleben und weiterzusagen. Ich bin froh dar├╝ber, dass heute Abend in diesem Gottesdienst auch viele junge Menschen sind: Messdiener, Kinder und Jugendliche. Ich bitte euch darum, nicht nur zu diesem besonderen Anlass, zu dieser besonderen Feier zum Gottesdienst zu kommen. Ihr seid die Erben der Glaubensgeschichte von der ich gesprochen habe und Ihr seid auch diejenigen, die den Glauben in die n├Ąchste Generation, das n├Ąchste Jahrhundert, ja in das n├Ąchste Jahrtausend weitertragen sollen. Ich danke aber auch Ihnen allen, die Sie heute Abend gekommen sind, diesen festlichen Gottesdienst mitzufeiern. Sie sind als christliche Gemeinde die Tr├Ąger des Erbes, das wir ├╝bernommen haben und diejenigen, die jetzt den Auftrag haben, dieses Erbe an die junge Generation weiterzugeben. Niemand von uns kann sich der Sorge entziehen, ob wir wohl die ├ťberzeugungsf├Ąhigkeit und die Glaubw├╝rdigkeit haben werden, die Tradition des Evangeliums in unserer Zeit nicht abbrechen zu lassen, sondern es in die kommende Zeit hineinzutragen. Wer aber unsere Kirche und unsere Pfarrgemeinden betrachtet und die religi├Âse Situation in unserem Land bedenkt, wird sich eingestehen m├╝ssen, dass wir vieles verloren haben und in mancher Hinsicht als Boten des Evangeliums versagt haben. Wir wollen. Deshalb auch heute Maria, unsere Mutter, um ihre F├╝rsprache bitten, dass sie unseren Glauben st├Ąrke und uns helfen m├Âge, als glaubende Menschen unseren Weg zu gehen und anderen diesen Weg zu zeigen. Es gibt noch eine zweite Sorge, die zu bedenken ist.
In unserer Kirche haben wir eine bewundernswerte Vielfalt an bestens organisierter N├Ąchstenliebe in den karitativen Einrichtungen, in den Bildungseinrichtungen und in den zahlreichen Einrichtungen der Krankenpflege. Es gab nie eine Zeit, in der wir eine
solche F├╝lle an organisierten Diensten der N├Ąchstenliebe hatten. Dies ist gewiss ein Ruhmesblatt unserer Kirche. Die Frage und Sorge hei├čt aber, ob alle diese
unsere Einrichtungen noch in der rechten Ordnung bestehen und ihren Dienst tun. Ob wir also noch wissen, dass es zum Sinn menschlichen Lebens und zum Auftrag des Menschen geh├Ârt, Gott die Ehre zu geben, um sich dann um Gottes Villen den Menschen zuzuwenden. Wir k├Ânnen uns nicht durch unsere karitativen Einrichtungen und Organisationen von der Verpflichtung freikaufen, dass jeder ganz pers├Ânlich die Liebe Gottes anderen Menschen schenken soll. Letztlich wird das Leben des Menschen und verpflichtender noch das Leben des Christen daran gemessen, ob uns die Einheit von Gottesliebe und N├Ąchstenliebe
gelingt, ob wir also wirklich mit ganzem Herzen Gott lieben und dies auch in unserem Leben zum Ausdruck bringen und ob wir ebenso von ganzem Herzen unsere Mitmenschen lieben und auch diese Liebe leibhaft werden lassen. Wir Christen und unsere Kirche m├╝ssen uns fragen lassen, ob in unserem Leben und in unseren Einrichtungen wirklich Gott die Mitte ist oder ob wir ihn nicht doch mehr und mehr an den Rand ger├╝ckt haben, so dass andere Dinge in unserem Leben uns wichtiger geworden sind und uns mehr besch├Ąftigen. Was aber zur Mitte meines Lebens wird, das wird dann gewisserma├čen zu einem G├Âtzen, den ich anstelle Gottes verehre, mag es meine Bequemlichkeit oder mein Reichtum sein, meine Sorgen oder meine Gleichg├╝ltigkeit.
So mag uns die Mariens├Ąule mahnend fragen, ob die Verbindung von Gottes- und N├Ąchstenliebe, die am Anfang der Geschichte dieses Heiligtums steht, auch heute in unserem Alltagsleben als Gemeinde und in unserem pers├Ânlichen Leben gesucht und verwirklicht 
wird.
Diese Fragen sollten wir mitnehmen; wir k├Ânnen sie auch nachher auf den Weg zur Mariens├Ąule mitnehmen und sie unterwegs bedenken. Wir sollten dar├╝ber das
Gespr├Ąch mit unserem Herrn suchen und ihn um Vergebung bitten, wo wir unseren Dienst schuldig geblieben sind. Wir k├Ânnen Maria um ihre F├╝rsprache und ihren Beistand bitten, damit sie uns hilft zu verwirklichen, was sie uns vorgelebt hat. So mag sich nun noch einmal der Blick auf die Gottesmutter wenden, deren Geburtsfest wir feiern. Von Maria, der Mutter der Glaubenden, ist uns das Magnifikat ├╝berliefert, das wir nachher an der Mariens├Ąule
beten werden. In diesem Lobpreislied wird deutlich, worum es geht; es ist ein Lied. das zum Ma├čstab christlichen Lebens werden kann. Zuerst wird Gott geehrt und gepriesen: "Meine Seele preist die Gr├Â├če des Herrn, und mein Geist jubelt ├╝ber Gott meinem Retter".

Am Anfang also steht der Lobpreis, der Ausdruck der Dankbarkeit und Liebe zu Gott. Dann aber wendet sich der Blick deutlich auf die Menschen und ihre Not. Maria preist den Gott, der die Niedrigen erh├Âht hat und sich der Armen angenommen hat; der die Stolzen und M├Ąchtigen vom Thron st├╝rzt und die Dem├╝tigen und Armen erh├Âht; er ist der Gott, der die Satten und Reichen leer ausgehen l├Ąsst und den Hungrigen zu essen gibt. In Jesus Christus hat Gott die ├ärmsten als seine Freunde angenommen und uns den Auftrag gegeben, dies in der Nachfolge unseres Herren eben so zu halten. So gibt uns das Preislied Mariens Wegweisung und guten Rat f├╝r unser Leben.
Am heutigen Tag verbinden sich diese ├ťberlegungen und die Feier dieses Gottesdienstes mit der Vorbereitung auf das Sakrament der Firmung, das wir am Sonntag feiern werden. Wir wollen Gottes Geist und Kraft dann nicht nur auf die Firmbewerber herabrufen, sondern auf uns alle, damit uns in der Kraft Gottes neu der Hut und die Bereitschaft geschenkt werden, den Grundauftrag unseres christlichen Lebens zu verwirklichen, n├Ąmlich die Liebe zu Gott und die Liebe zu den Menschen.
So wollen wir nun im Anschluss an den Gottesdienst zur Mariens├Ąule gehen und versuchen, auf diesem Weg den Weg unseres Lebens auf das hin auszurichten, was unsere Vorfahren ├╝bermittelt haben. Wir wollen neu lernen. in wahrer Liebe zu Gott und in wahrer Liebe
zu den Mitmenschen unser Leben nach der Weisung des Herrn auszurichten. Das m├Âge uns Maria durch ihre F├╝rsprache erbitten. Zugleich wollen wir sie aber auch um ihren Beistand bitten f├╝r diese ganze Gemeinde und Gottes Segen herabrufen, auch auf die Weinberge, durch die wir jetzt gehen werden. Sie stellen uns vor Augen, was alles uns von Gott geschenkt wird, damit wir davon leben k├Ânnen. Und so rufen wir schlie├člich den Segen Gottes auf uns, auf
diese Gemeinde und auf dieses unser Land herab.

Ansprache an der Mariens├Ąule

Liebe Schwestern und Br├╝der,

hier oben m├Âchte ich nicht mehr viele Worte machen, denn wir haben schon w├Ąhrend des Gottesdienstes bedacht, was uns bewegt und was uns dieser heutige Tag sagt. Wohl aber m├Âchte ich die Gelegenheit n├╝tzen, ihnen zu danken daf├╝r, dass Sie den Weg zur Mariens├Ąule mitgegangen sind. Das Mitgehen und das Mitfeiern selbst ist schon ein Zeichen des Glaubens und ein Zeugnis daf├╝r, dass uns das Erbe unserer Vorfahren, das uns durch die Jahrhunderte ├╝berliefert worden ist, kostbar und wertvoll ist, so wertvoll dass wir uns darum bem├╝hen, es auch in die n├Ąchste Generation weiterzugeben. Ich m├Âchte aber auch gern all denen danken, die sich in besonderer Weise um die Wiederherstellung dieses Denkmals des Glaubens bem├╝ht haben, und uns so seine Geschichte gegenw├Ąrtig halten. Ich danke allen, die diesen Platz und die Saule wieder hergestellt haben, Auch dies ist ein Zeichen des Glaubens, denn anderenfalls h├Ątten sie sich nicht dieser M├╝he unterzogen. Es gen├╝gt aber nicht, in Dankbarkeit zu ├╝bernehmen und zu bewahren, was vor uns andere glaubende
Menschen getan und uns ├╝berliefert haben. Wir sind gefragt, in welcher Weise w i r die Antwort des Glaubens in unserer heutigen Zeit geben sollen. So m├Âchte ich Sie herzlich darum bitten, auch in der kommenden Zeit, Zeichen des Glaubens zu suchen. Dies k├Ânnte darin bestehen zu gegebenen Anlass immer wieder einmal den Weg hier herauf zu machen und unterwegs den Weg des Glaubens, den Weg des Lebens zu bedenken und zu erfahren. 
Ich m├Âchte Sie auch darum bitten, insbesondere die Verantwortlichen in Pfarrgemeinderat, zu ├╝berlegen wie das Erbe der Stiftung des Hospitals in unserer heutigen Zeit sinnvoll und richtig weitergef├╝hrt werden soll. Die Frage hei├čt, wer denn die Armen unserer Zeit sind, denen im Auftrag des Herrn unsere besondere Liebe und Sorge geb├╝hrt. Gewiss sind es andere als vor 650 Jahren, andere auch als vor 75 Jahren, als die Mariens├Ąule errichtet wurde. Damals, zu Beginn des ersten Weltkrieges, war dieses Zeichen des Glaubens in schwerer Zeit Trost und Hilfe um durch die bitteren, harten Jahre des Krieges hindurchzukommen. Heute sind es andere Fragen. die uns bedr├Ąngen. Es sind aber nicht minder harte und scharfe

Fragen. Vorhin haben wir davon gesprochen. ob es uns wohl gelingen wird den Glauben in die n├Ąchste Generation weiterzutragen. Ebenso m├╝ssen wir uns danach fragen. ob wir die wahre Not menschlichen Lebens in unserer Zeit erkannt und darauf schon die rechte Antwort gefunden haben. Diese Not liegt heute nicht mehr so sehr in ├äu├čeren, so sehr auch ├Ąu├čere Not in anderen L├Ąndern der Welt nach wie vor brennend und zum Himmel schreiend da ist. Hierzulande aber ist es viel mehr die innere, geistige und geistliche Not die innere Orientierungslosigkeit, Ratlosigkeit und Mutlosigkeit, die viele Menschen, mit denen wir
leben. krank macht und an Leben verzweifeln l├Ąsst. Darauf haben wir Christen eine Antwort zu geben. Wir sind unseren Mitmenschen die Antwort der Hoffnung schuldig, die aus unserem Glauben kommt und uns durch die Jahrhunderte hindurch von Generation zu

Generation ├╝berliefert worden ist. Wenn wir uns heute fragen, worin denn der pers├Ânliche Dienst der N├Ąchstenliebe bestehen mag, dann gewiss nicht zuletzt darin dass wir uns einander zuwenden, einander im Glauben best├Ąrken und f├╝r einander die rechten Worte zur Ermutigung und Hilfe suchen.
Die Hilfe wird umso dringlicher in einer Zeit, in der viele Menschen den Glauben nicht mehr leben, ja ihn gar nicht mehr kennen. Ich bitte Sie darum, diesen Auftrag aufzunehmen und
nach Formen und M├Âglichkeiten zu suchen, wie er in unserer Zeit verwirklicht werden kann. Wo immer Menschen zusammenkommen und miteinander den Herrn fragen: Was willst du von uns? Was sollen wir heute tun? dort werden sich Antworten einstellen. Wir werden ein Gesp├╝r daf├╝r entwickeln, was im Sinne Gottes das Rechte ist. Und ich bin sicher, dass die
Mutter Gottes, die wir heute feiern, auch uns heute den guten Rat gibt: Was er euch sagt, das tut!"
Richtet euch nach dem Evangelium. Richtet euch nach dem was wir gerade im Gesang des Chores geh├Ârt haben, nach den Seligpreisungen, in denen uns der Herr den Weg des Lebens lehrt und uns selbst vorausgegangen ist. 
Und so danke ich Ihnen f├╝r diesen Abend und w├╝nsche Ihnen, dass dieses Zeugnis des Glaubens Ihnen in Erinnerung bleibt und durch die kommende Zeit und die kommenden Jahre zu einem Ged├Ąchtnis wird, das Sie alle und alle, die mit Ihnen leben, im Glauben st├Ąrkt.
So wollen wir uns jetzt im Gebet der Mutter Gottes zuwenden und in der Lauretanischen Litanei ihren Glaubensweg preisen in den sch├Ânen Worten, die uns die ganze Geschichte Israels noch einmal gegenw├Ąrtig werden lassen. Wir d├╝rfen in Maria die geheimnisvolle
Rose erkennen, den starken Turm Davids, das goldene Haus und die Bundeslade, in der der neue Bund Jesus Christus, lebt.
 



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 Predigt am Fronleichnamsfest 19.06.03
Mach es wie Gott - werde Mensch

Liebe Kinder, liebe Schwestern und Br├╝der,
wenn wir heute das Fronleichnamsfest feiern, so schlie├čt sich zumindest gedanklich ein wichtiger Kreis der christlichen Feste, auf denen unser ganzer Glaube aufruht :
Ostern mit der Auferstehung, Pfingsten mit der Aussendung des Geistes f├╝nfzig Tage sp├Ąter und heute zehn Tage nach Pfingsten Fronleichnam.
In diesem Fest wird alles, was in unserem Glauben wichtig ist und Bedeutung hat, kenntlich:
Gott sendet seinen Sohn in diese Welt. Er wird Mensch in Bethlehem. Er kommt dort zu den Kleinsten, zu den Armen, zu den Schwachen. Diese Zusage, bei den Schwachen, den Armen, den Leidenden zu sein, h├Ąlt der Gottessohn durch bis in den Tod hinein am Karfreitag und dar├╝ber hinaus nach Ostern hin.
Ostern bedeutet den Zuspruch Gottes an uns Menschen: "Mensch, Du lebst weiter! ├ťber den Tod hinaus wirst du erhalten."
Damit wir Menschen diesen Weg nicht alleine gehen m├╝ssen, sendet Gott seinen Geist in diese Welt, damit uns durch die Zeit und auf allen unseren Wegen seine Begleitung sicher gestellt ist.
Gott will mit uns sein, und dies wird auch an jedem Sonntag deutlich, wenn wir miteinander Eucharistie feiern. Gott ist gegenw├Ąrtig, will gegenw├Ąrtig sein in der Brotgestalt, die sich uns mitteilt. In der Brotgestalt! Es gibt die absolute Zuwendung Gottes hin zu uns Menschen, in dem er sich aufteilt unter uns. Das ist das absolut einmalige unseres Glaubens und unserer christlichen Religion.
Unser Gott tritt nicht auf wie ein Stier oder ein goldenes Kalb, um das man tanzen muss. Gott tritt nicht auf wie ein Donar oder ein Zeus mit einem Hammer, nein, er tritt auf in einer Brotgestalt und teilt damit mit: "Mensch, ich teile mich auf unter euch. Und ich will - und dies ist der Auftrag unseres Lebens -, dass auch ihr euch aufteilt, euch einsetzt f├╝r- und untereinander." Hiermit ist der absolute Auftrag auch an uns Menschen verbunden, dass wir nicht nur individualpflichtig, sondern auch sozialpflichtig sind.
Wir Menschen sind f├╝reinander da. Wir m├╝ssen das Leben miteinander teilen, wie Gott und Jesus versucht haben, und es immer wieder tut, sein Leben mit uns aufzuteilen.
In diesem Sinne des Miteinander-Leben-Teilens lassen Sie uns heute miteinander auf den Weg begeben durch unsere Gemeinde, durch unseren Ort, vorbei an unseren H├Ąusern, an unseren Feldern. Und lassen Sie uns danach in diesem Bewusstsein dessen, dass wir miteinander Leben teilen, miteinander Pfarrfest halten, denn es ist klar - das sagt uns das Fest heute -, wir sind untereinander und mit ihm in einem Bund.
Und so hei├čt das Thema und der Zuruf Gottes f├╝r diesen Tag: "Mach es wie Gott - werde Mensch." Amen.

von Diakon Georg Diederich
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Pfingsten
Empfangt den Heiligen Geist

Liebe Kinder! Liebe Schwestern und Br├╝der in Christus!
Wir tun uns schwer mit dem Heiligen Geist. Gott Vater das geht noch. Jeder wei├č was ein Vater ist, der sich liebevoll um seine Kinder k├╝mmert. Gott Sohn ist kein Problem, Jesus ist uns als Mensch ganz nahe. Aber der heilige Geist? Sofort denken viele an Gespenster. Der Geist Gottes ist kein Spukgeist. Geist bedeutet, da├č wir uns Gott nicht vorstellen k├Ânnen. Wir d├╝rfen uns keine Bilder von Gott machen und sagen: So sieht Gott aus. Gott ist unsichtbar.
Der Heilige Geist: das ist die Kraft Gottes. In einem uralten Gebet hei├čt es: Komm, Heilger Geist der Leben schafft, erf├╝lle uns mit deiner Kraft.
Wenn wir schwach sind, nicht mehr weiter wissen, dann hilft uns die Kraft des heiligen Geistes. Das war bei den J├╝ngern so. Sie verstecken sich aus Furcht vor den Juden hinter verschlossenen T├╝ren. Und dann empfangen sie den Heiligen Geist. Die Feuerzungen sind ein Zeichen daf├╝r. Pl├Âtzlich ist aller Kleinmut verschwunden. Ohne Angst gehen die J├╝nger hinaus. Petrus h├Ąlt eine Predigt f├╝r mehrere tausend Menschen. Der Geist Gottes hat ihn begeistert und nun begeistert er andere.
Die Kraft Gottes ist nicht im Sturm, sondern im leisen S├Ąuseln. Oft merken wir erst im Nachhinein wie Gottes Geist uns geholfen hat.
In einem Haus war Feuer ausgebrochen. W├Ąhrend die Flammen hervorschie├čen, st├╝rzen Eltern und Kinder aus dem Haus. Entsetzt sehen sie dem Schauspiel des Brandes zu. Pl├Âtzlich bemerken sie, da├č der J├╝ngste fehlt, ein f├╝nfj├Ąhriger Junge, der sich im Augenblick der Flucht vor Rauch und Flammen f├╝rchtete und in den oberen Stock geklettert ist. Man schaut einander an. Keine M├Âglichkeit, sich in etwas hineinzuwagen, das immer mehr zu einem Glutofen wird. Da ├Âffnet sich oben ein Fenster. Das Kind ruft um Hilfe. Sein Vater sieht es und schreit ihm zu: Spring!
Das Kind sieht nur Rauch und Flammen. Es h├Ârt aber die Stimme des Vaters und antwortet: Vater ich sehe dich nicht! Der Vater ruft ihm zu: Aber ich sehe dich, und das gen├╝gt, spring! Das Kind sprang und fand sich heil und gesund in den Armen seines Vaters, der es aufgefangen hatte.
Viele Menschen leiden unter Angst. Was wird die Zukunft bringen? Werde ich die Pr├╝fung in der Schule bestehen? (Habt auch ihr manchmal Angst?) Auch wir k├Ânnen immer wieder in die Arme unseres g├Âttlichen Vaters springen. Nicht aus eigener Kraft, sondern in der Kraft des Heiligen Geistes. Jesus sagt einmal: Wir k├Ânnen noch nicht einmal ein Gebet sprechen, wenn es uns nicht der Heilige Geist zuvor eingegeben hat.
Bitten wir also immer wieder um diese Kraft: Komm, Tr├Âster, der die Herzen lenkt, du Beistand, den der Vater schenkt; aus dir str├Âmt Leben, Licht und Glut, du gibst uns Schwachen Kraft und Mut. Amen

von Pfr. Michael Roos

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Pfingsten
Wie, wenn ein heftiger Sturm daherf├Ąhrt

Liebe Schwestern und Br├╝der im Herrn, liebe Kinder.
Wer ist schon einmal in einen Sturm gekommen? Wie war das? Wirklich kr├Ąftige St├╝rme haben wir noch nicht erlebt. In Amerika vernichten Tornados ganze Landstriche. B├Ąume knicken wie Streichh├Âlzer. Autos werden in die Luft geschleudert. Kr├Ąftige St├╝rme hinterlassen Verw├╝stung und Tr├╝mmer.
Also Vorsicht. Wenn wir beten: Komm heiliger Geist, erf├╝lle uns mit deines Sturmes Braus, dann ist das alles andere als harmlos. Wollen wir das wirklich? Wollen wir wirklich, was wir da so leichtfertig erbitten? Vielleicht war es uns ja noch gar nicht so richtig bewu├čt? Vielleicht glaubten wir das sei eine fromme ├ťbung, die so dazu geh├Ârt. Der Sturm ein Bild f├╝r das Wirken des Geistes Gottes. Wie n├Âtig haben wir das.
Eingerichtet in den Bequemlichkeiten dieser Welt. Das Leben verplant und durchkalkuliert. Gilt uns nicht das Wort des Herrn: Es wird sein wie in den Tagen des Noah. Die Menschen a├čen, tranken und heirateten. Dann kam die Flut. Wir lassen uns nicht mehr ├╝berraschen von den Einf├Ąllen Gottes, sondern wollen alles selbst in der Hand haben. Dabei ├╝bersehen wir, wie langweilig unsere Pl├Ąne oft sind. Wie krankhaft vern├╝nftig und bieder. Kleine Kinder wollen noch Weltraumpilot, Bundeskanzler oder Pfarrer werden. Junge Erwachsene hingegen studieren Sozialp├Ądagogik oder Betriebswirtschaftslehre. H├Ątten wir uns doch nur etwas mehr der kindlichen Unvernunft erhalten.
Deshalb ist es gut, wenn der Geist Gottes wie ein Tornardo durch unser Herz zieht. Es ist gut, wenn er die menschlichen Pl├Ąne vernichtet, um seinen g├Âttlichen Ratschlu├č in uns zu verwirklichen. Gott ist alles andere als bieder. Sein Geist ver├Ąndert festgefahrene Gewohnheiten. Das Brausen vom Himmel her zerrei├čt unsere innere Selbstgef├Ąlligkeit. Der Sturm Gottes kann unser Herz derart durcheinander bringen, dass wir am Ende nicht mehr ein noch aus wissen. Nicht ohne Grund halten die Leute Petrus damals f├╝r betrunken, als er seine Pfingstpredigt h├Ąlt. Der Petrus ist verr├╝ckt, denken sie. Sie irrten sich, es war nur der Heilige Geist, ein Geist der das T├Ârichte erw├Ąhlt um das Kluge zuschanden zu machen. Und da die heute Jugend in ihrer Sprache verarmt, ├╝bersetzte ich es sogar: Gott hat das Verr├╝ckte ausgesucht, um den so scheinbar Klugen zu zeigen, wo es lang geht.
W├Ąre es nicht sch├Ân wir w├Ąren alle etwas verr├╝ckt. N├Ąmlich im eigentlichen Sinn des Wortes. So wie ein Sturm Autos, B├Ąume ja ganze H├Ąuser verr├╝ckt, so m├╝ssen wir die verbaute Landschaft unserer Herzen verr├╝cken lassen. Es gibt Menschen, die planen ihr Leben bis ├╝ber den Tod hinaus. Ist es wirklich so wichtig, dass ich mir meinen Grabstein schon zu Lebzeiten heraussuche? Was wichtig ist, wird erstickt von den best├Ąndigen Sorgen unseres Alltags. La├č dich fallen! Gottes St├╝rme werfen deine Pl├Ąne ohnehin nieder, sofern du das willst und dich darauf einl├Ą├čt. Denn anders als bei richtigen Tornados fragt Gott zuvor an, ob wir seinen Geist einlassen wollen. Wenn Sie nat├╝rlich in traditionsbewusstem Leichtsinn hier singen: Komm Heiliger Geist, dann d├╝rfen Sie sich nicht wundern wenn er wirklich kommt.
Zumindest habe ich Sie jetzt gewarnt, und Sie k├Ânnen sich in Zukunft ├╝berlegen, ob sie so etwas Verr├╝cktes mitsingen wollen oder nicht. Ich werde auf jeden Fall mitsingen, auch wenn es Stimmen gibt, die meinen der Pfarrer sei schon verr├╝ckt genug. In jedem Fall kommt der Geist Gottes nicht nur als Zerst├Ârer selbstgemachter Pl├Ąne, sondern errichtet zugleich das G├Âttliche in unserem Herzen. Seine Gaben Friede und Freude werden uns erf├╝llen, nachdem wir den

von Pfr. Michael Roos

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Christihimmelfahrt
Was steht ihr da und schaut zum Himmel?
Liebe Schwestern und Br├╝der im Herrn,
Sch├╝leraustausch. Die Gruppe der deutschen Jugendlichen war zwei Wochen in Frankreich. Jetzt das gro├če Abschiednehmen. Umarmungen, K├╝├čchen rechts und links. Der Bus wartet nicht. Die ersten weinen schon. Dann beginnt die Heimfahrt. Die Jugendlichen sind untr├Âstlich. Verlassen werden von Menschen, die man kaum kennt. Schon das ist schmerzlich. Um wieviel mehr der Verlust des Herrn. "Petrus liebst, du mich?" Dreimal stellt Jesus diese Frage. "Herr, du weist, dass ich dich liebe." Doch jetzt hei├čt es Abschied nehmen von der sichtbaren Gegenwart Jesu. Die J├╝nger sind noch ganz benommen von der Auferstehung. Jeder Tag ein Erlebnis. In ihrer Liebessucht nach Jesus, klammern die J├╝nger sich an seiner sichtbaren Gegenwart fest. Doch auf dieser Erde ist nichts von Dauer. Jeder Besuch mu├č einmal gehen. Jede Hochzeit wird sp├Ątestens im Tod geschieden. Auch der auferstandene Herr mu├č gehen, denn die Zeit in der das Reich in Israel wieder hergestellt wird, ist noch nicht gekommen. Uns steht es nicht zu Zeiten und Fristen zu kennen, die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat. Was uns bleibt ist die Sehnsucht. Darin scheidet sich wahre Liebe von vor├╝bergehender Schw├Ąrmerei: in der Best├Ąndigkeit der Sehnsucht. Die Austauschsch├╝ler sind schon bald wieder vergessen, von einer gelegentlichen SMS abgesehen. Die Heulerei im Bus dauert h├Âchstens eine halbe Stunde, dann ist auch das wieder vorbei. Aber wahre Liebe bleibt treu, kann warten, selbst dann wenn viele andere Ablenkungen kommen. Eine Frau erz├Ąhlte einmal, wie sie Jahre lang auf ihren Verlobten in Kriegsgefangenschaft gewartet hat. Sehnsucht ist schon in sich eine menschliche St├Ąrke und Kraft. Aber Jesus verhei├čt mehr. Die menschliche Sehnsucht allein reicht nicht aus, damit der Glaube an ihn die Jahrtausende ├╝berdauert. Deshalb verhei├čt er eine Kraft, die unsere Sehnsucht befl├╝gelt: Ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird.
Vor zweitausend Jahren haben wir Abschied genommen von Jesus Christus. Wir k├Ânnen ihn nicht mehr so anfassen, wie damals. Er ist aufgefahren in den Himmel. Und dennoch sind wir voller Sehnsucht. Wobei Sehnsucht eigentlich das falsche Wort ist. Sucht. Sucht bedeutet eine innere L├Ąhmung, das innere Sehnen des Liebenden sollte aber mehr sein als passives vor sich hin vegetieren. Schlimm, wenn Liebe nicht nur blind macht, sondern auch noch tatenlos. "Kann nichts mehr essen, kann dich nicht vergessen", wie Gr├Ânemeyer einst sang. Ein Mensch in der Sehnsucht gefangen. Er seufzt nur noch, ohne die R├╝ckkehr des anderen wirklich zu erwarten, ohne sich darauf vorzubereiten. Wer seine Frau Gemahlin, oder seinen Herrn Gemahl l├Ąngere Zeit in Abwesenheit wei├č, wird sofern er die betreffende Person wirklich liebt, die Zeit nutzen. Das Haus wird geputzt und aufger├Ąumt. Willkommenschilder aufgeh├Ąngt. Ein Willkommensmahl zubereitet. Auch das Sehnen nach Jesus ist nicht einfachhin, ein s├╝├člicher Ruf: "Oh, mein Jesus, wann kommst du?" Sondern besteht in der Tat: "Ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und ganz Jud├Ąa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde." Die Zeit ist kurz. Alle Menschen sollen Jesus lieben, ihn empfangen als ihren Herrn und Heiland. Meine Liebe ist zu klein, um dem wahren Gott angemessen zu sein. Da gibt es keine Eifersucht. Wir freuen uns ├╝ber jeden der Gott liebt. Und wenn es Heilige sind, die ohne Vorbehalt lieben, dann kann das auch unsere eigene Liebe st├Ąrken.
Abschied nehmen ist eine urmenschliche Erfahrung. Aber erst wenn uns der Geliebte genommen ist, zeigt sich ob wir wirklich lieben. Die Sehnsucht ist ein Ma├č unserer Liebe. Dieses Sehnen darf uns aber nicht l├Ąhmen, sondern sollte uns helfen, die Ankunft des Herrn vorzubereiten. "Ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Jud├Ąa und Samarien, bis an die Grenzen der der Erde. Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken. ... Was seht ihr da und schaut zum Himmel? Dieser Jesus wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt hingehen sehen zum Himmel." Amen.

von Pfr. Michael Roos

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Man sammelt die Rebzweige, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.
Liebe Schwestern und Br├╝der im Herrn,
Gibt es eine H├Âlle? Gibt es verlorene Seelen? Oder kommen wir alle, alle in den Himmel, wie wir an Fastnacht singen.
Mit der H├Âlle wurde viel Unfug getrieben. H├Âllen├Ąngste wurden gesch├╝rt. Bilder von nackten Menschenleibern in siedenden Kocht├Âpfen tauchen auf. Verzerrte Teufelsfratzen mit eisernem Marterwerkzeug, die ihre Freude darin finden, die Verdammten zu qu├Ąlen. Solche Bilder sto├čen uns ab. Das ist finsteres Mittelalter. Ewige Verdammnis: kann so etwas der Wille Gottes sein?
Und trotzdem: Jesus selbst spricht vom Feuer der H├Âlle. Von Heulen und Z├Ąhnenknirschen, wo der Wurm nicht stirbt. Jesus sagt einmal, da├č er sich darum sorge, da├č niemand verlorengeht. Und - gerade jetzt im Monat Mai - hei├čt es: ein Kind Mariens geht niemals verloren. Kann ein Mensch verlorengehen? Was soll ein Christ heute noch glauben?
Der heilige Paulus sagt: es ist dem Menschen bestimmt einmal zu sterben, dann folgt das Gericht. Es geh├Ârt zu den Grundwahrheiten des Glaubens, da├č Christus der Richter der Lebenden und der Toten ist. Es gibt eine Gerechtigkeit, selbst dann wenn hier auf Erden oft die B├Âsen scheinbar die Sieger sind. Das war ├╝brigens f├╝r Kant der Grund anzunehmen, da├č es so etwas wie Gott geben m├╝sse.
Ein Beispiel: ein KZ-Aufseher, der hunderte Menschenleben auf dem Gewissen hat und eines seiner Opfer kommen vor ihren ewigen Richter. Wird Gott nun sagen: Kommt beide her! Das mit der Gerechtigkeit war alles nicht so gemeint. Jesus wollte nur deutlich machen, wie wichtig eure Entscheidungen sind, aber jetzt ist alles gut. K├Ânnen Sie sich das vorstellen?
Gott ist dem barmherzig, der bereut und umkehrt, aber zu denen auf seiner linken wird er sagen: Hinweg von mir ihr Verfluchten, ins ewige Feuer das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist. Michelangelo hat das in der sixtinischen Kapelle eindrucksvoll dargestellt. Jesus wendet sich ab, weist die B├Âsen mit seiner Hand ab.
Ist es noch zeitgem├Ą├č ├╝berhaupt davon zu sprechen? Nein. Die Lehre von der M├Âglichkeit eines ewigen Fernseins von Gott entspricht in keiner Weise dem Zeitgeist. Aber es ist Evangeliumsgem├Ą├č, wenn wir die Botschaft des Heiles nicht verk├╝rzen wollen. Wir sollten nur neue zeitgem├Ą├če Wege finden die immer gleichbleibende Wahrheit zu verdeutlichen. Wir m├╝ssen deutlich machen, da├č wir nur bildhaft ausdr├╝cken, was in Wirklichkeit gemeint ist.
H├Âlle oder Himmel, so hie├č ein Spiel mit einer gebastelten Papiert├╝te. Der Zufall entschied. So ist es nicht. Himmel oder H├Âlle: das sind keine Orte, das sind Geisteshaltungen: Liebe oder Ha├č.
Die Entscheidung f├╝r oder gegen Gott ist frei. Niemand wird in den Himmel hineingezwungen. Das gilt es ganz ernst zu nehmen. Allerdings hei├čt das nicht, da├č wir in st├Ąndiger Angst leben m├╝ssen. Gott will ja unser Heil. Sie werden nicht verlorengehen, und niemand wird sie aus meiner Hand rei├čen. Noch immer gibt es ├Ąltere Menschen, die um ihr Seelenheil bangen, obwohl sie sich bem├╝hen als Christen zu leben. Diese ├ängste kommen nicht von Gott. Gott ist die Liebe. Was er uns bereitet hat, sagt der hl. Paulus: Sie werden nicht mehr hungern und nicht mehr d├╝rsten: und keine Sonnenhitze noch irgendeine Glut wird auf ihnen lasten... Gott wird jede Tr├Ąne aus ihren Augen wischen. Amen.

von Pfr. Michael Roos

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"Keiner von ihnen ging verloren au├čer dem Sohn des Verderbens"
Liebe Br├╝der und Schwestern im Herrn,
wer war Judas Iskarioth. Warum hat er Jesus verraten? Vielleicht haben wir aus Judas zu sehr einen Teufel gemacht, einen der durch und durch schlecht ist. Der Verrat steht am Ende eines langen Weges. Judas war erw├Ąhlt zum Apostelamt. Eine gewaltige Berufung und Gnadengabe Gottes. Was hat dazu gef├╝hrt, da├č sein Amt nun ein anderer erhalten soll.
Manche V├Ąter und Theologen meinen, da├č er deshalb zum Verr├Ąter wurde, weil er geizig war. In der hl. Schrift finden wir einige Hinweise, die eine solche These zu st├╝tzen scheinen.
Maria Magdalena salbte Jesu F├╝├če kurz vor seinem Tod mit einem Pfund kostbarer Narde. Sie tat nicht, was jeder von uns getan h├Ątte. Das wohlriechende ├ľl wurde in kleinen Flaschen aufbewahrt. Wir h├Ątten die teure Fl├╝ssigkeit vorsichtig, Tropfen f├╝r Tropfen gespendet, um durch die Langsamkeit unseres Gebens den Wert unserer Gabe hervorzuheben. Nicht so Maria: sie brach den Hals der Flasche und go├č alles auf einmal aus. Maria gab in ├╝berstr├Âmendem Ma├če. In einer Liebe, die gibt, ohne zu z├Ąhlen.
Sofort beklagte sich Judas. Sofort fixierte er den Preis des ├ľles. Er geh├Ârte zu jenen Menschen, die den Preis von allem wissen, aber den wahren Wert der Dinge nicht erkennen. "Warum hat man diese Salbe nicht um dreihundert Denare verkauft, und den Armen gegeben?" Der Evangelist erkl├Ąrt, warum Judas diesen Vorwurf erhob: "Das sagte er aber nicht, weil er sich um die Armen k├╝mmerte, sondern weil er ein Dieb war, und den Beutel hatte, und das trug, was hineingelegt wurde."
Es gibt also einige Gr├╝nde, die zu best├Ątigen scheinen, da├č Judas aus Geiz und Habsucht Jesus verraten habe.
Dennoch: Geiz ist die S├╝nde des Alters. Judas aber war ein junger Mann. Den tieferen Grund finden wir woanders.
Es geht um den Glauben. An den Glauben an die Kommunion. Jesus sagt: Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise und mein Blut wahrhaft ein Trank. Die Juden sind schockiert. Viele seiner J├╝nger sagen: "Diese Rede ist hart, und wer kann sie h├Âren?" Und von dieser Zeit an traten viele von seinen J├╝ngern zur├╝ck, und wandelten nicht mehr mit ihm.
Als Jesus das Altarsakrament verhei├čen hat, da sagt der Herr zu seinen Aposteln: "Habe ich nicht euch Zw├Âlfe auserw├Ąhlt? Und von euch ist einer ein Teufel."
Er redete aber von Judas Iskariot. Auch Judas glaubte nicht an das Sakrament der Liebe wie viele andere J├╝nger. Aber Judas ging nicht fort. Er blieb. Zwei Jahre lebte er Seite an Seite mit Jesus. Wenn Judas nur fortgegangen w├Ąre! Der verlorene Glaube an das Geheimnis der Eucharistie ist der Beginn eines jeden Verrates.
Beim letzten Abendmahl vollendet sich dieser Irrweg, der mit der Verhei├čung des Lebensbrotes begonnen hat. Jesus sprach am Gr├╝ndonnerstag: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten." Erschrocken schauten sich die J├╝nger an. Sie hatten keine Ahnung, wer der Verr├Ąter ist. Judas sa├č zur linken Seite Jesu, Johannes zur rechten und gleich daneben Petrus. Dieser nun, stets neugierig, wollte wissen wer der Verr├Ąter sei. Leise beauftragte er Johannes, den Herrn zu fragen. Da lehnte sich der Lieblingsj├╝nger an die Brust Jesu, und sprach zu ihm: "Herr! wer ist es?" Jesus antwortete: "Der ist es, dem ich das Brot, welches ich eintauche, reichen werde." Und er tauchte das Brot ein, und gab es dem Judas Iskariot. Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Und Jesus sprach zu ihm: "Was du tun willst, das tue bald."Keiner der ├╝brigen J├╝nger ahnte, warum er das sagte. Glauben wir also nicht, da├č jemand der b├Âse ist, auch b├Âse aussieht.
Der Abfall geht still und leise vor sich, dann n├Ąmlich wenn der Glaube an die Gegenwart des Herrn im Altarsakrament schwindet. Erst viel sp├Ąter wird das sichtbar.
Was k├Ânnen wir tun, damit wir Jesus treu bleiben? Jesus fragt uns, wie die Zw├Âlf damals: "Wollt etwa auch ihr weggehen?" Er sagt nicht: "Bitte nehmt das nicht so w├Ârtlich, was ich da gesagt habe. Das war alles nicht so gemeint, kommt doch wieder zur├╝ck!" Nein, er stellt jeden von uns vor die Entscheidung: Mein Leib ist wahrhaft eine Speise: glaubst du das? Mein Blut ist wahrhaft ein Trank: glaubst du das? Mit Simon Petrus k├Ânnen wir dann nur dem├╝tig bekennen: Unser Glaube ist schwach, aber auf Dein Wort hin glauben wir. "Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens!" Jesus zwingt uns nicht. Er l├Ądt uns ein zum Gastmahl des ewigen Lebens. Seien wir verschwenderisch mit unserer Zeit, wie Maria Magdalena verschwenderisch war mit dem kostbaren ├ľl. Wir k├Ânnen den Herrn der Welt auch dann einmal besuchen, wenn gerade kein Gottesdienst ist. Jesus ist im Tabernakel gegenw├Ąrtig und wartet auf uns. Sch├Ątzen wir immer mehr die heilige Kommunion, dann gilt uns die Verhei├čung: "Wer mein Fleisch i├čt, und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben." Amen.

von Pfr. Michael Roos

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Wenn einer sagt, ich habe ihn erkannt

Liebe Schwestern und Br├╝der im Herrn, liebe Kommunionkinder!
Der gro├če Tag ist gekommen. Du sollst heute Jesus erkennen in der heiligen Kommunion. Jesus, der Sohn Gottes vereinigt sich mit Dir auf wunderbare Weise. F├╝hlbar, schmeckbar. Er schenkt sich so fa├čbar hin, damit wir als sinnliche Wesen aus Fleisch und Blut ihn auch leibhaft erfahren k├Ânnen. Genauso wie er die J├╝nger von der Echtheit seiner Auferstehung ├╝berzeugt: Seht ich bin kein Geist. Fa├čt mich an. Gebt mir etwas zu essen. Jesus wei├č, da├č wir Menschen das fa├čbare und sichtbare brauchen, um das Unfa├čbare und Unsichtbare Gottes erahnen zu k├Ânnen.
Du erkennst also Jesus in der heiligen Kommunion. Du bezeugst mit Deinem Amen, da├č du wahrhaft den Leib und das Blut unseres Herrn empf├Ąngst. Aber das, meine Kinder, so sagt es zumindest der heilige Johannes, das meine Kinder reicht nicht aus. Wenn einer sagt, ich habe ihn erkannt, aber seine Gebote nicht h├Ąlt, ist er ein L├╝gner, und die Wahrheit ist nicht in ihm.
Im Klartext: Es hat keinen Wert, wenn Du jemandem erz├Ąhlst: Ich bin zur Kommunion gegangen. Riesen Fest, tolle Party. Und was ich alles geschenkt bekommen habe. Du hast Jesus erkannt? Du hast Jesus wie die Emmausj├╝nger erkannt, als er das Brot brach? Du bist ein Freund Jesu geworden? Du bist aufgenommen worden in die Gemeinschaft derer die das Geheimnis unseres Glaubens empfangen d├╝rfen? Warum dann bittesch├Ân, lebst du nicht nach seinen Geboten? Warum ist dir auf einmal das Fu├čballspiel wichtiger als der Gottesdienst am Sonntag? Warum betest du nicht mehr? Warum behandelst du deine Mitmenschen wie der letzte Dreck? Warum denkst du immer nur an dich? Warum tratschst du so gerne ├╝ber die Fehler anderer? Du willst Jesus erkannt haben? Wirklich? Dann halte die Gebote! Gebote, die dich nicht einschr├Ąnken wollen, sondern dich frei machen f├╝r die Liebe Gottes. Wer aber sein Wort h├Ąlt, hat die Gottesliebe vollkommen in sich.
Unser Bild war der Weinstock. Jesus ist der Weinstock. Ihr seid die Rebzweige. Die Zeit der Entscheidung ist gekommen. Die Zeit, wo offenbar wird, ob du zu dem d├╝rren Ge├Ąast geh├Âren willst, das vor kurzem noch in den Weinbergen lag und wahrscheinlich jetzt verbrannt worden ist. Oder, ob du zu den frischen, gr├╝nen Trieben geh├Âren willst, die jetzt ├╝berall spriessen. Ich habe den Eindruck, dass Ihr wirklich zu Jesus geh├Âren wollen. Gebe Gott, dass ihr Menschen findet, die jene kleinen Triebe besch├╝tzen. Menschen, die euch helfen, dass ihr mit dem Weinstock verbunden bleibt.
Trinkt die Wasser des Lebens regelm├Ą├čig. Empfangt den Leib des Herrn nicht nur bei euerer Erstkommunion, sondern viele tausend mal. Jeder Sonntag ist Kommuniontag. Ihr sollt Fr├╝chte vollkommener Gottesliebe hervorbringen. Das geht nur, wenn ihr diese Verbindung pflegt. Wenn einer sagt: Ich habe ihn erkannt, aber seine Gebote nicht h├Ąlt, ist er ein L├╝gner und die Wahrheit ist nicht in ihm. Wer aber sein Wort h├Ąlt, hat die Gottesliebe vollkommen in sich. Amen.
 
von Pfr. Michael Roos

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Hinter verschlossenen T├╝ren.

Liebe Schwestern und Br├╝der in Christus.
In kaum einem Land verstecken sich Menschen hinter T├╝ren und Z├Ąunen, wie gerade bei uns. In w├Ąrmeren Regionen spielt sich das Leben auf der Stra├če ab. Kinder, ├╝berall wo man hinschaut. Eine Gastfreundschaft, die bei uns unbekannt geworden ist. Nur in den Vierteln der Reichen gleicht sich das Stadtbild dem unseren an. Hohe Mauern und un├╝berwindliche Z├Ąune sollen vor Einbruch und Raub sch├╝tzen.
Was rein ├Ąu├čerlich sichtbar ist, das spielt sich auch oft in unserer Seele ab. Wir haben Furcht. Nicht Furcht vor den Juden, wie die J├╝nger damals, sondern Furcht vor allem Neuen, Furcht vor dem Anderen, Furcht vor der Zukunft, Furcht vor uns selbst. Wir umgeben unser Herz mit einer Mauer vermeintlicher Sicherheit.
Liebe Kinder. Kaspar Hauser. Stellt euch einmal Menschen vor, die ihr Leben lang in einem Kerker eingesperrt waren. Nie hat sich die T├╝r ge├Âffnet. Das Essen kam durch einen Schlitz. Pl├Âtzlich, nach vielen Jahren, ├Âffnet sich die T├╝r. Helles Sonnenlicht kommt herein. Die Menschen sind geblendet, ducken sich, haben Angst. Nur langsam gew├Âhnen sie sich. Dann entdecken sie eine neue Welt: Blumen, V├Âgel, Farben. So ist es bei den J├╝ngern. ├ängstlich sitzen sie beisammen im dunklen Raum. Jesus steht leuchtend vor ihnen. Die Auferstehung, eine v├Âllig andere Welt.
Als die Junger aus Furcht vor den Juden hinter verschlossenen T├╝ren versammelt waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch.
Liebe Gemeinde, Die T├╝ren unseres Herzens sind verschlossen. Wir verbergen uns ├Ąngstlich in den eigenen Sorgen. Unser Glaube an die Auferstehung ist fast ausgel├Âscht. Die J├╝nger hatten oft genug Jesus von seinem Sterben und seiner Auferstehung sprechen h├Âren, aber jetzt haben sie nur Furcht. Alles, was Jesus gesagt hat, wird erstickt hinter den verschlossenen T├╝ren. Vielen Christen geht es nicht anders. Sie haben geglaubt, als Kinder. Sie haben geglaubt, wie Kinder. Jetzt aber sind sie voller Zweifel, so wie Thomas. Vielleicht war es ein Schicksalsschlag der ihre Herzenst├╝r verschlossen hat, vielleicht schlechte Erfahrungen mit den Vertretern der Kirche. Die T├╝r ist zu, aber das Leben geht weiter. Nach au├čen sind sie unauff├Ąllig, aber in ihrem inneren voller Furcht, verzweifelt.
Da kommt Jesus. Er tritt ein in die Mitte unseres Herzens. Friede sei mit euch. Schalom. Bevor wir die heilige Kommunion empfangen, gr├╝├čt uns Jesus in jedem Gottesdienst: Der Friede sei mit Dir. Diese Formeln sind so kalt geworden. Es reicht nicht, wenn dieser Ruf unser Ohr erreicht und wir unsere Antwort hinunterbeten. Jesus tritt wirklich in unser Herz, trotz aller T├╝ren, trotz aller Furcht. Friede sei mit euch. Das sind keine leeren Floskeln . Der Friede Gottes wird unser Herz von innen heraus sprengen. Allen Zweifel durch die Hoffnung ersetzen.
Jeder, der glaubt, da├č Jesus der Christus ist, stammt von Gott. Die Liebe Christi macht uns frei. Sind es wirklich die Wunden Jesu, die Thomas ├╝berzeugen? Wir k├Ânnen vermuten, da├č er darauf verzichtet hat, seine Finger in die Wunden zu legen. Jesus selbst gibt ihm den Glauben, nicht wissenschaftliche Forschung. Der Glaube bleibt immer ein Geschenk. Gott ist unbegreiflich. Mein Herr und mein Gott. Mehr braucht es nicht: Gott ist Gott.
Auferstehung. Das ist nicht eine Sache die irgendwann einmal geschieht. Auferstehung, das ist nicht die R├╝ckkehr in dieses Leben. Auferstehung, das geschieht jetzt, wenn Jesus in unsere Mitte kommt. Wenn Jesus in der hl. Kommunion un unser Herz tritt, obwohl die T├╝ren verschlossen sind. Wenn die Furcht verschwindet und der Friede einkehrt. 
Die T├╝ren unseres Herzens sind verschlossen. Das mu├č aber nichts Schlechtes sein. Im Gegenteil: T├╝ren, Z├Ąune und Mauern bieten erst den Freiraum, den wir zur Entfaltung brauchen. Es gibt Menschen, die alles mit sich machen lassen, oft aus falsch verstandener Demut heraus. Wir m├╝ssen uns auch abgrenzen k├Ânnen, uns zur Wehr setzen gegen unangemessene Forderungen und W├╝nsche. Wir brauchen einen Raum in unserem Herzen, wo wir uns zur├╝ckziehen k├Ânnen, wo wir sicher sind vor dem Zugriff von au├čen. Auch dann ist es gut, wenn wir wissen: Jesus kommt gerade in diesen Raum, der verschlossen ist. Er kommt in unsere Mitte dort, wo wir geflohen sind aus Furcht vor den Angriffen des B├Âsen. Die geschlossenen T├╝ren erm├Âglichen erst die Begegnung mit dem Auferstandenen Herrn. Hier in der Stille unseres Herzens begegnen wir ihm, hier in der Stille werden wir erf├╝llt mit seinem Frieden.
Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Bitten wir den Herrn, da├č er uns diesen Glauben schenke. Amen.

von Pfr. Michael Roos

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Und sie erkannten ihn

Liebe Schwestern und Br├╝der im Herrn, liebe Kinder!
Sie kennen sicherlich alle das Spiel: H├Ąnschen piep einmal! Ein Kind bekommt die Augen verbunden, setzt sich auf den Scho├č eines anderen Kindes in der Runde und mu├č erraten, wie dieses Kind hei├čt. Jemanden, den ich nicht sehen kann, den kann ich nicht ohne weiteres erkennen. Abtasten oder ein kleiner Pieps des Unbekannten k├Ânnen hilfreich sein, aber ohne sehen bleibt es trotzdem schwierig.
Bei den Emmausj├╝ngern passiert etwas Eigenartiges. Sie sehen Jesus, aber erkennen ihn trotzdem nicht. Sie waren mit Blindheit geschlagen, hei├čt es. Und wenn wir dar├╝ber nachdenken, dann geht es uns eigentlich oft so. Wir sehen die Menschen, wir erkennen unsere Freunde: ah das ist doch die Isabell, der Fritz und der Otto. Aber kennen, erkennen wir die anderen wirklich? Erkennen bedeutet in der Bibel viel mehr als nur das wieder erkennen einer Person. Adam erkannte Eva und sie gebar einen Sohn. Gott kennt unsere geheimsten Gedanken. Erkennen ist ein anderes Wort f├╝r lieben.
Und genau da hapert es oft. So manches mal hatten wir schon gemeint: den kenne ich! Aber dann kam die gro├če Entt├Ąuschung oder ├ťberraschung. Mein bester Freund l├Ąstert hinter meinem R├╝cken ├╝ber mich. Ein Typ, den ich nie leiden konnte, ├╝berrascht mich mit seiner Hilfe. Wir sehen die Mitmenschen, und kennen sie doch nicht. Es braucht viel Zeit, Liebe und Geduld, bis man den anderen wirklich kennt. Und selbst Ehepaare die Jahrzehnte zusammenleben, k├Ânnen feststellen, da├č der andere trotz aller Vertrautheit ein Geheimnis bleibt.
Es geht uns also genauso wie den Emmausj├╝ngern. Wir sehen und doch erkennen wir nicht.
Und jetzt geschieht das Erstaunliche. In dem Moment wo Jesus das Brot bricht, da erkennen sie ihn, doch auf einmal ist er nicht mehr zu sehen. Wir alle haben Jesus noch nie gesehen, so wie die J├╝nger vor 2000 Jahren. Ist es da nicht schwer ihn zu lieben, ihn zu erkennen? Das Evangelium zeigt eines ganz klar. Das Sehen mit den Augen ist nicht entscheidend. Es kommt auf das Sehen mit dem Herzen an. Jesus erkennen im Glauben.
Nirgendwo k├Ânnen wir Jesus besser erkennen, als in der heiligen Messe. Unsere Augen sehen Brot, aber wir erkennen Jesus im Sakrament der heiligen Kommunion. Jesus ist wirklich da, er erf├╝llt uns: Brannte uns nicht das Herz? Wir erkennen Jesus, wir lieben Jesus gerade hier wenn wir uns um den Altar versammeln und Eucharistie feiern.
Wir lernen Jesus kennen, wenn wir von ihm h├Âren, wenn wir mit ihm sprechen, aber am tiefsten erkennen wir ihn, wenn wir die Kommunion empfangen. Erkennen hei├čt lieben. Selbst wenn sich zwei Liebende umarmen, dann ist diese Verbindung nicht so gro├č und tief, wie die Vereinigung mit Jesus in der Kommunion. Es gibt zahlreiche Menschen in unserer Gemeinde die deshalb fast t├Ąglich diese Begegnung mit dem Herrn suchen.
Und sie erkannten ihn. Wir sollten uns viel M├╝he geben andere Menschen wirklich kennen zu lernen. Wir sollten uns f├╝r sie interessieren, das ist N├Ąchstenliebe. Und wir sollten den Herrn darum bitten, da├č er uns dabei hilft auch ihn, den wir nicht sehen k├Ânnen, immer besser zu erkennen.
Und wenn wir Jesus dann so erkannt haben, dann sind wir eingeladen, davon zu erz├Ąhlen, wie es hei├čt: da erz├Ąhlten sie was sie unterwegs erlebt hatten und wie sie ihn erkannten, als er das Brot brach. Amen.

von Pfr. Michael Roos

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Kommt zum Wasser

Liebe Schwestern und Br├╝der im Herrn, liebe Kinder,
In einem franz├Âsischen Dorf gibt es folgenden Brauch: Nach der Osternacht gehen die Menschen zum Dorfbrunnen und waschen sich ihre Augen mit dem Brunnenwasser. Da steht viel Weisheit dahinter. Fl├Ąschlein zeigen. F├╝r was?  Kontaktlinsen. Morgens ausgetrocknet, man sieht unscharf, es tut weh. Das Wasser gibt den Augen einen klaren Blick, man kann wieder sehen.Sieht alles neu. Das gilt auch f├╝r die, die keine Kontaktlinsen tragen. Wenn unsere Augen nicht regelm├Ą├čig mit Wasser benetzt w├╝rden, dann fingen sie an zu brennen, schlie├člich w├╝rden wir blind.
Jesus hat Blinde mit Wasser geheilt. Zu einem sagt er, wasche deine Augen im Teich. Und er konnte wieder sehen.
Auch heute geschehen noch Wunder mit Wasser. In Frankreich, Lourdes, erschien vor ├╝ber 100 Jahren die Mutter Gottes einem kleinen M├Ądchen. Bernadette war 12 Jahre alt, arm und krank und konnte noch nicht einmal das Glaubensbekenntnis auswendig. Da sieht sie diese wundersch├Âne Dame und ist hingerissen. Immer mehr Leute pilgern dorthin, begleiten Bernadette. Beeindruckend die Szene: Maria sagt ihr: Trink von der Quelle und wasche dich. Erst l├Ąuft sie zum Bach, doch Maria ruft sie zur├╝ck, deutet auf eine Stelle. Bernadette f├Ąngt an zu graben. Sie findet etwas Wasser und f├Ąngt sich an mit dem Schlamm das Gesicht zu waschen. Die Leute fangen an zu lachen. Wie konnten sie nur so leichtgl├Ąubig sein. Diese Bernadette mu├č v├Âllig verr├╝ckt sein. Doch an dieser Stelle h├Ârt das Wasser nicht mehr auf zu flie├čen. Die Quelle str├Âmt immer st├Ąrker. Eine Mutter legt ihr totkrankes Kind hinein, und das erste Wunder geschieht. Das Kind ist mit einem Schlag v├Âllig gesund. Die ├ärzte sind ratlos. Wie ist das m├Âglich. Noch heute geschehen dort Wunder. Das gr├Â├čte Wunder aber geschieht, wenn Menschen die Welt mit neuen Augen sehen k├Ânnen.
Wasche deine Augen mit Osterwasser. Wir werden gleich das Osterwasser weihen. Die Osterkerze dreimal in das Wasser senken. Danach wird das Osterwasser ausgeteilt.
Ich w├╝nsche uns, dass auch wir mit "Osteraugen" durch die Welt gehen k├Ânnen. Sie mit den Augen Jesu Christi betrachten, mit den Augen des Auferstandenen! Amen.
Herr unser Gott. Am Tag der Auferstehung bitten wir dich:
La├č uns das Licht der Auferstehung mit erneuerten Augen aufnehmen. Herr unser Gott...
Erf├╝lle uns mit ├Âsterlicher Freude. Herr unser Gott...
Segne alle Menschen unserer Gemeinden. Herr unser Gott...
Tr├Âste die Kranken und Notleidenden, la├č sie an der Botschaft der Erl├Âsung teilhaben. Herr unser Gott... Von Dir kommt alles Heil, wir preisen Dich in Christus unserem Herrn. Amen.

von Pfr. Michael Roos

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Einf├╝hrung: Es gibt ein b├Âses Ger├╝cht. Warum verwendet der Pfarrer mit seiner Me├čdienerschar so gerne Weihrauch? B├Âse Zungen behaupten: Pfarrer und Messdiener h├Ątten K├Ąsef├╝├če und wollten den Gestank ├╝bert├╝nchen. Dem ist nicht so. Das will ich nachher anhand des Evangeliums beweisen. Gerade die Messdiener haben keine Stinkef├╝├če.

Niemals sollst du mir die F├╝├če waschen

Liebe Schwestern und Br├╝der im Herrn, liebe Kinder,
Schon einmal Erfahrungen mit K├Ąsef├╝├čen gemacht? Ein tolles Fu├čballspiel. 4:0 gewonnen. Dann geht es in die Umkleidekabine. F├╝├če werden ausgepackt und dann... man ringt nach Luft, zieht hastig die Stra├čenkleider an, um einer Vergiftung zu entgehen. Ein widerlicher Duft schimmelnden K├Ąses macht sich breit. Doch K├Ąse ist keiner vorhanden. Nur ein paar F├╝├če! Nur ein paar Socken, die als Narkosemittel in jedem Krankenhaus selbst den st├Ąrksten Mann umhauen w├╝rden.
Zur Zeit Jesu gab es noch keine K├Ąsef├╝├če. Erst Polyestersocken und geschlossene Schuhe lassen harmlos aussehende F├╝├če zu Stinkbomben mutieren. Zur Zeit Jesu gab es daf├╝r Staubf├╝├če. Einfache Leute gingen meist barfu├č, wie in Indien heute noch, oder trugen offene Sandalen. Asphaltierte Stra├čen und B├╝rgersteige gab es nicht. Jeder Schritt wirbelte Staub auf. Die F├╝├če waren sofort v├Âllig verdreckt. Wer in ein Haus eintrat, zog sich deshalb nicht nur die Schuhe aus, sondern lie├č sich von den Sklaven des Hausherrn die F├╝├če waschen. Ein Dienst f├╝r Sklaven. Niemand machte das gern. Egal ob Staub- oder K├Ąsef├╝├če. Wer w├Ąscht schon gerne die F├╝├če anderer Leute.
Und wir k├Ânnen Petrus schon verstehen. Wenn ich jetzt das tun w├╝rde, was ich eigentlich tun m├╝├čte, n├Ąmlich hergehen und sagen: Ziehen Sie bitte die Sch├╝he und Str├╝mpfe aus, ich werde jetzt Ihre F├╝├če waschen, dann w├╝rden Sie vielleicht auch entsetzt schreien: Niemals Herr Pfarrer, sollen Sie mir die F├╝├če waschen! Wenn das schon beim Pfarrer so ist, um wieviel mehr bei Jesus, unserem Meister und Herrn. Niemals sollst du mir die F├╝├če waschen.
Und pl├Âtzlich wird deutlich, da├č es um mehr geht als um K├Ąsef├╝├če. Jesus sagt: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keine Gemeinschaft mit mir. Das Waschen der F├╝├če ist also nur ein Zeichen f├╝r etwas viel wichtigeres. Unser Leben ist wie ein Fu├čballspiel. "Der Gerechte s├╝ndigt sieben mal am Tag", sagt der heilige Paulus. Die t├Ąglichen Fehler haften an uns wie Staub und Schwei├č. Unsere Seele bekommt K├Ąsef├╝├če. Das ist nicht weiter tragisch. Aber dann gibt es Leute, die sagen: Niemals sollst du mir die F├╝├če waschen. Sie sagen zurecht: ich habe niemanden umgebracht und bin ein ordentlicher Mensch, was soll ich beichten gehen. Sie gehen vielleicht flei├čig in eine Bu├čandacht, aber die bereitet auf die Fu├čw├Ąsche nur vor. Damit verhalten sie sich wie Leute, die zur Fu├čpflegerin gehen, sich die Schuhe und Str├╝mpfe ausziehen, das Wasserbecken betrachten und dann ohne Fu├čbad und Pflege wieder nachhausegehen.
Jesus spricht genau zu diesen Menschen: Wer gebadet ist, braucht sich nur noch die F├╝├če zu waschen, und er ist ganz rein. F├╝r einen M├Ârder, Dieb und Ehebrecher wird die Beichte zum Vollbad, aber f├╝r die meisten Christen ist die Beichte vor Ostern die Gelegenheit ganz rein zu werden, die Gemeinschaft mit dem Herrn zu erneuern.
Und jetzt verstehen Sie auch, da├č die Me├čdiener keine K├Ąsef├╝├če haben, denn wir lassen uns regelm├Ą├čig die F├╝├če waschen. Und das ist gut so, denn auch seelische K├Ąsef├╝├če k├Ânnen ganz sch├Ân stinken. Wer die Beichte immer wieder verschiebt, wird mit der Zeit ein selbstbezogener mi├čmutiger Mensch. Das stinkt gen Himmel, das stinkt Gott und den Mitmenschen, das stinkt dem betreffenden aber am meisten selbst, denn wer legt sich schon gerne mit einer Duftwolke abends ins Bett.
Nutzen Sie also die Beichtzeiten der heiligen Tage. Nur wenn Sie jetzt im Beichtstuhl Schuhe und Str├╝mpfe ausziehen wollen, dann h├Ątten Sie mich falsch verstanden. Bekennen Sie ihre S├╝nden, dann wird Jesus auch zu ihnen kommen, sein Oberkleid ablegen, Wasser in eine Sch├╝ssel geben und ihnen die F├╝├če waschen und abtrocknen. Wie sorgf├Ąltig tut er das. Sie werden als neuer Mensch daraus hervorgehen. Amen.
Lasset uns beten zu unserem Herrn Jesus Christus, der sich zum Diener aller gemacht hat:
o Du willst uns die F├╝├če waschen. Schenke uns die Einsicht, da├č wir Deiner Hilfe bed├╝rfen. Christus  h├Âre uns...
o Wir sollen einander die F├╝├če waschen. Gib uns die Kraft einander zu dienen. Christus h├Âre uns...
o Schenke den Christen Mut und Zuversicht in einer guten Osterbeichte. Christus h├Âre uns...
o F├╝r unsere Kommunionkinder. Schenke ihnen dauerhafte Gemeinschaft mit Dir. Christus h├Âre uns
Gott unser Vater. Dein Sohn ist unser Meister. Sein Beispiel helfe uns Deinen Willen zu erf├╝llen, darum bitten wir durch denselben Christus unseren Herrn. Amen.

von Pfr. Michael Roos

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"Dieser ist mein geliebter Sohn...; Ihn sollt ihr h├Âren." (Mt 17,1-9)

Liebe Br├╝der und Schwestern im Herrn!
Ist es nicht so? Manchmal haben wir die Worte des hl. Evangeliums schon so oft geh├Ârt, da├č wir sie nicht mehr h├Âren. Das kenne ich schon alles, denken wir. Das Ergebnis: wir bringen keine Frucht. Wir gleichen dem Feigenbaum, der keine Frucht tr├Ągt. Jesus kommt vor├╝ber und es hungert ihn. Doch als er hinkommt, findet er nichts als Bl├Ątter (vgl. Mk 11,13). Da sagt er "Nimmermehr esse jemand eine Frucht von dir in Ewigkeit." Am n├Ąchsten Tag ist der Baum verdorrt von den Wurzeln auf. (vgl. Mk 11,21). Leider! Auch wir sind oft verdorrt von den Wurzeln auf. Unser Glaube ist schal geworden. Zurecht kann uns der Herr wie dem Engel der Gemeinde von Ephesus vorwerfen: "Ich habe gegen dich, da├č du von deine ersten Liebe verloren hast." (Offb. 2,4) Bedenken wir aus welcher H├Âhe wir gefallen sind.
Kehren wir jetzt zur├╝ck zu dieser Liebe, damit nicht eines Tages auch zu uns gesagt wird: "Ich wei├č um deine Werke: du bist weder kalt noch warm. W├Ąrest du doch kalt oder warm! So aber, weil du lau bist und weder warm noch kalt, bin ich daran, dich auszuspeien aus meinem Mund." (Offb. 3,15-16)
Wie also k├Ânnen wir jene W├Ąrme wieder erlangen, die wir durch unsere Schl├Ąfrigkeit in geistlichen Dingen abgek├╝hlt haben? Das heutige Evangelium gibt uns Antwort darauf.
Liebe Kinder! Habt ihr gesp├╝rt, was Gott selbst uns heute gesagt hat? K├Ânnt ihr euch vorstellen, wie es damals f├╝r die drei J├╝nger war, als sie in der Nacht mit Jesus allein auf den Berg stiegen? Gerade vorher noch hatte Jesus lange ├╝ber seinen bevorstehenden Kreuzweg gesprochen. Alles hat er von seinen J├╝ngern gefordert: "Wenn einer mit mir gehen will, so verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach." (Mt 16,24) Das ist kein Kinderspiel. Das ist bitterer Ernst. Ja: "Wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden."
Wenn ihr Christen sein wollt, dann reicht es nicht ein paar Gebete aufzusagen. Gott will euch ganz.
Pfarrer Wurmbrand ging mit seinen Katechismuskindern einmal in den Zoo. Er lebte unter dem Kommunismus, wo Christen schwer verfolgt werden. Im Zoo ging er nun mit den Kindern vor die L├Âwenk├Ąfige und sagte: "Schaut euch diese Tiere an. Eure Vorfahren im Glauben wurden von solchen Bestien zerissen, weil sie Jesus liebten. Nur wenn auch ihr bereit seid euer Leben hinzugeben f├╝r den Herrn, dann k├Ânnt ihr Christen sein." Jedes dieser Kinder wu├čte, da├č dies keine leeren Worte waren. F├╝r die verfolgte Untergrundkirche dort, war es blutiger Ernst. Wie w├╝rden wir uns verhalten. W├Ąren wir bereit, in der Verfolgung zu Christus zu stehen? Vielleicht k├Ânnen wir jetzt eher ahnen, welche Gedanken den J├╝ngern damals nach dieser Rede von Kreuz und Leiden durch den Kopf gingen.
Schweigend sind Petrus, Jakobus und Johannes mit Jesus auf den hohen Berg gestiegen. Und dann geschah das Unfa├čliche. Ganz pl├Âtzlich verwandelte Jesus sich. "Sein Angesicht gl├Ąnzte wie die Sonne." Ja, heller als die Sonne. Welche Freude mu├č die Apostel erf├╝llt haben. War das schon der Himmel? Moses und Elias erschienen und Jesus redete mit ihnen. Petrus war so ├╝berw├Ąltigt, da├č er nur wirres Zeug redete. Und als er noch redet, da ├╝berschattet sie eine lichte Wolke. Schon immer war die Wolke ein Zeichen f├╝r die Gegenwart Gottes. Eine Wolke f├╝hrte die Israeliten ins gelobte Land. Eine Wolke umh├╝llte den Berg, auf dem Moses die 10 Gebote erhielt. Damals zitterte das Volk, w├Ąhrend Moses auf dem Berg mit Gott sprach. Damals "brachen Donner los und Blitze zuckten, ... und ├╝beraus stark schmetternder Posauenenschall war zu h├Âren" (Ex 19,16). Auch jetzt erschallt eine Stimme aus der lichten Wolke: "Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem Ich Wohlgefallen habe; Ihn sollt ihr h├Âren." Im Alten Bund wurde Moses das Gesetz gegeben, die beiden steinernen Tafeln mit den zehn Geboten. Jetzt aber gibt Gott mehr als das. Jesus ist das neue Gesetz. Er ist der Sohn Gottes. Die zweite g├Âttliche Person, die Mensch geworden ist. Auf ihn sollen wir h├Âren. Nicht ohne Grund sind bei dieser Offenbarung Moses und Elias zugegen, die beiden wichtigsten S├Ąulen des Alten Bundes. Moses steht f├╝r das Gesetz, Elias f├╝r die Propheten, Jesus aber f├╝r das Evangelium, die frohe Botschaft.
Der Alte Bund wird erf├╝llt durch den Neuen. Die Zeit der F├╝lle ist gekommen. Jetzt verwirklicht sich das, wof├╝r die Vorschriften des alten Testamentes nur Vorbild waren. Jetzt sind die Verhei├čungen der Propheten erf├╝llt.
Habt ihr das verstanden, Kinder? Da spricht Jesus zu euch ├╝ber das Kreuz. Vielleicht k├Ânnte euch das entmutigen. Ist das nicht zu schwer, fasten, Opfer bringen, beten? Andere Kinder machen das doch auch nicht. Sie d├╝rfen fast alles, haben fast alles, tun fast alles, was sie wollen. Da nimmt euch Jesus mit auf den Berg. In die Einsamkeit und Stille. Dort, wo ihr ganz alleine seid mit ihm. Und dann begreifen wir.
Was bringen die sch├Ânsten Zerstreuungen, wenn das Wichtigste fehlt. Vielleicht haben wir das schon erlebt, da├č uns pl├Âtzlich die Liebe Gottes ganz ergreift. Das mu├č keine Erscheinung sein, wie bei den Aposteln. Es ist das tiefe Wissen: Mein Jesus, Du bist da. Du liebst mich und einmal darf ich bei Dir sein, in Deiner Herrlichkeit. Alles Gl├╝ck dieser Erde ist nichts dagegen.
Was n├╝tzt es euren Klassenkameraden, wenn sie stundenlang ihre Zeit vor dem Fernseher vertr├Âdeln. Sind sie dadurch gl├╝cklicher? Nein, im Gegenteil. Und ihr? Wenn ihr hier im Gottesdienst Jesus selbst ganz nahe seid. Ist das nicht tausendmal mehr wert. Wir k├Ânnen gar nicht ermessen, was es bedeutet, wenn Jesus selbst in unser Herz kommt in der hl. Kommunion?
Das sind unsere Taborstunden. Hier wird unsere Seele ganz erf├╝llt von einer lichten Wolke. Aber Gott schenkt sie uns nicht, damit wir schon hier auf Erden uns einrichten. Wir sollen nicht H├╝tten bauen.. Das ist nur ein Vorgeschmack auf den Himmel. Dann hei├čt es wieder hinabsteigen in die Welt, wo wir gefordert sind. Wenn wir nur eines dabei nie vergessen! Als die Stimme Gottes erscholl, da fielen die Junger auf ihr Angesicht nieder. Jesus aber trat hinzu und sprach: Steht auf, f├╝rchtet euch nicht. Und als sie ihre Augen erhoben, sahen sie niemand als Jesus allein. Das ist es: Jesus allein. Jesus sollen wir festhalten, ihn niemals loslassen. Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Nur durch ihn gelangen wir zum Vater.
Liebe Freunde! Wir haben die Worte des hl. Evangeliums schon so oft geh├Ârt, da├č wir sie nicht mehr h├Âren. Wir bringen keine Frucht. Dann bleibt nur eins. Steigen wir mit Jesus auf den Berg. Lernen wir wieder ihn zu sehen, wie er ist. Auch wir werden dann die Stimme Gottes vernehmen: "Dieser ist mein geliebter Sohn...; Ihn sollt ihr h├Âren." (Mt 17,1-9) Amen.

von Pfr. Michael Roos

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Predigt zum Bu├čgottesdienst

Liebe Schwestern und Br├╝der in Christus
Ich war das nicht! Ich bin unschuldig! Wir neigen wie Adam und Eva dazu uns selbst zu verteidigen unsere Schuld zu verstecken. Aber vor Gott k├Ânnen wir unsere Nacktheit nicht verbergen. Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, sagt Jesus, k├Ânnt ihr nicht in das Himmelreich eingehen. Vielleicht erinnern wir uns noch, wie das war, nachdem wir als Kind etwas angestellt hatten. Viele Kinder leugnen auch zun├Ąchst. Ich war das nicht. Sie sind aber nicht zufrieden damit, gute Eltern merken sofort, da├č etwas nicht stimmt. Erst wenn die Kinder ihre Schuld den Eltern eingestehen, atmen sie auf. Jetzt ist alles wieder in Ordnung. Auch wir alle sind Kinder des einen Vaters. Wir sind hier, um uns vorzubereiten, um uns bewu├čt zu machen, da├č wir vor Gott schuldig geworden sind.
Ostern k├Ânnen wir nur dann wirklich feiern, wenn unser Herz rein ist. Eine Seele im Zustand der heiligmachenden Gnade gleicht einem bl├╝henden Land, das von der Liebe Gottes durchstrahlt wird. Leben wir aber mit der S├╝nde, dann ist unsere Seele- bildlich gesprochen - wie eine schlammige W├╝ste.
Es w├Ąre sch├Ân, wenn dieser Bu├čgottesdienst uns wieder neu bewu├čt macht, was uns Jesus im Sakrament der S├╝ndenvergebung geschenkt hat. Die Beichte schenkt uns den Gnadenstand wieder, falls wir ihn verloren haben. Oder sie vermehrt die heiligmachende Gnade in uns, wenn wir uns nicht durch eine schwere S├╝nde von Gott trennen wollten. Wenn ein S├╝nder zum Leben der Gnade erweckt wird, dann ist das gr├Â├čer als die Erschaffung des ganzen Weltalls in seiner Pracht.
Es w├Ąre sch├Ân, wenn wir wieder lernen, bewu├čter zu beichten. Wir sollten ni cht routinem├Ą├čig und gleichg├╝ltig das Sakrament der Bu├če empfangen. Nur wenn wir uns wirklich abkehren von der S├╝nde und umkehren zu Jesus, dann werden wir zu ├Âsterlichen Menschen. Zu Menschen, die mit Christus in Freiheit auferstehen.
F├╝r eine wirkliche Umkehr sind f├╝nf Punkte wichtig. Zum Empfang des Bu├čsakramentes geh├Ârt, da├č wir uns besinnen, die S├╝nden bereuen, uns vornehmen uns zu bessern, die S├╝nden bekennen und Bu├če tun.
Besinnen: Es hat keinen Sinn, wenn jemand eilig in den Beichtstuhl hastet, um diese unangenehme Pflicht schnell hinter sich zu bringen. Wir brauchen eine Zeit des Gebetes und der Ruhe, um unsere S├╝nden zu erforschen. "Bereitet den Weg des Herrn, macht ihm zurecht seine Stra├čen." (Lk 3,4) So hat Johannes der T├Ąufer die Juden zur Umkehr aufgerufen. Wie aber soll es geschehen? "Jedes Tal soll ausgef├╝llt und jeder Berg und H├╝gel abgetragen werden; was krumm ist, soll gerade, und die rauhen Wege sollen eben werden." (Lk 3,5) Wir m├╝ssen zun├Ąchst wissen, welche Berge und H├╝gel den Weg zu Christus versperren, ehe wir diese einebnen k├Ânnen. Nur wenn wir unsere S├╝nden und Fehler erkennen, k├Ânnen sie auch abgetragen werden. Viele Christen glauben heute, sie seien ja ganz in Ordnung. Paulus nennt solche Menschen L├╝gner und Feinde Gottes. Wir alle sind S├╝nder, wir alle stehen vor der Reinheit Gottes mit leeren H├Ąnden da. Nutzen wir also die Zeit vor Ostern und diesen Bu├čgottesdienst daf├╝r, da├č wir unser Gewissen erforschen, um dann gut vorbereitet eine Osterbeichte abzulegen, die unser Leben ver├Ąndert.
Bereuen: Es reicht nicht aus, da├č wir unsere S├╝nden nur erkennen. Wir sollten sie aufrichtig bereuen. Reue ist keine Sache des Gef├╝hls. Selbst wir weinen wie der verlorene Sohn, der sich in die Arme seines liebenden Vaters wirft. Das ist nicht entscheidend, das ist noch nicht die Reue. Entscheidend ist der Wille. "Vater, ich habe mich vers├╝ndigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu hei├čen" (Lk 15,21) Unsere S├╝nden sollen uns leid tun. Sie sollen uns leid tun, aus Liebe zu Gott. Jesus sagt: "Wenn jemand mich liebt, wird mein Vater ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen" (Joh 14,23) Schauen wir auf das Kreuz, und sagen wir uns: Das hat Jesus f├╝r mich getan. Wenn ich der einzige S├╝nder w├Ąre, nur f├╝r mich w├Ąre Jesus Mensch geworden, um mich am Holz des Kreuzes zu erl├Âsen. Es schmerzt, wenn wir einen guten Freund verletzt haben. Wenn wir den Herrn lieben, dann wird uns die S├╝nde leid tun, weil wir dadurch seine Henker wurden.
Bessern: Die Reue ist notwendig, damit wir g├╝ltig beichten. Zur Reue geh├Ârt aber auch der Vorsatz nicht mehr zu s├╝ndigen und die n├Ąchste Gelegenheit zur S├╝nde zu meiden. Jesus sagt zur Ehebrecherin: "S├╝ndige von nun an nicht mehr!" Wenn jemand beichtet, ohne sich wirklich von der S├╝nde abwenden zu wollen, dann ist er schlimmer dran, als h├Ątte er gar nicht gebeichtet. Er verunehrt das Sakrament. Er beh├Ąlt nicht nur seine alten S├╝nden, sondern er begeht eine weitere schlimme S├╝nde, ein Sakrileg.
Bekennen: Zur guten Beichte geh├Ârt das vollst├Ąndige Bekentnis aller schweren S├╝nden, deren wir uns erinnern k├Ânnen. Schon bei Johannes dem T├Ąufer bekannten die Menschen ihre S├╝nden (vgl. Mk 1,5). Es ist wesentlich, da├č wir uns selber anklagen. Die Beichte ist gewisserma├čen ein vorweggenommenes Endgericht. Nicht Gott, sondern wir selbst sind die Ankl├Ąger. Es ist nicht einfach, sicherlich. Die S├╝nden bekennen geh├Ârt schon zum Bu├če tun. Wir sollten uns aber bewu├čt machen. Der Priester im Beichtstuhl ist nicht mehr der Pfarrer oder Kaplan Sowieso, sondern Jesus selbst wartet darauf, da├č wir zu ihm kommen und unsere S├╝nden bekennen. Heute wird dieses heilbringende Sakrament von Priestern und Gl├Ąubigen oft vernachl├Ąssigt. Vielleicht auch deshalb, weil man vergessen hat, was hier wichtig ist. Es geht gar nicht so sehr um die S├╝nden, es geht um die pers├Ânliche Begegnung mit Jesus im Sakrament. In der Lossprechung ist es Jesus selbst der wirkt, der seine Gnade in ├╝bergro├čer Barmherzigkeit verschenkt. Bu├čandachten k├Ânnen vorbereiten, aber das pers├Ânliche Bekenntnis ersetzen sie nicht. Manche Menschen finden nicht mehr zur Beichte, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben mit Priestern, die hart und unmenschlich das eigentliche Anliegen Jesu entstellt haben. Ein Mann hatte Jahrzehnte nicht mehr gebeichtet, weil ein schlechter Priester ihn niedergemacht hatte. Es w├Ąre schade, wenn solche oder ├Ąhnliche Erlebnisse aus fr├╝herer Zeit uns abhalten w├╝rden, einen Priester zu finden, dem wir vertrauen und der etwas von der Liebe Jesu wiederspiegelt.
Bu├če: In der fr├╝hen Kirche wurde die Bu├če sehr ernst genommen. Ein R├╝ckfall nach der Taufe galt als ungeheuerlich. Die auferlegten Bu├čen bestanden in Beten, Fasten und Almosengeben. Begn├╝gen wir uns nicht mit den kleinen Bu├č├╝bungen, die der Priester vorschl├Ągt! Die Bu├če ist wie eine Arznei, die uns davor bewahrt in den alten Fehler zur├╝ckzufallen und die uns Gelegenheit gibt unseren Willen zum Guten zu verdeutlichen.
Nach der Beichte sind wir befreit und rein. Der Prophet Isaias sagt: "W├Ąren eure S├╝nden rot wie Scharlach, sie sollen wei├č werden wie Schnee" (Is 1,18)
Wenn wir so Ostern feiern, dann erf├╝llt uns eine Freude, die nicht von au├čen gegeben werden kann. Eine Freude, die Gott denen schenkt, in deren Seele er wohnt. Der Herr hat uns im Sakrament der Beichte etwas Sch├Ânes anvertraut. An uns liegt es, ob wir dieses Mittel der Vorbereitung nutzen.
Adam und Eva erkannten, da├č sie nackt waren. Auch wir erkennen uns so vor Gott: nackt, hilflos wie ein Kind, das die Liebe der Eltern entt├Ąuscht hat. Gott m├Âchte uns bekleiden mit seiner Gnade. Bitten wir den Herrn, da├č er uns die Kraft schenkt, dieses Geschenk Gottes immer wieder anzunehmen. Amen.

von Pfr. Michael Roos

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Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde f├Ąllt und stirbt, bleibt es allein;

Liebe Schwestern und Br├╝der im Herrn!
In der Christenverfolgung der Kommunisten in Rum├Ąnien drangen schwerbewaffnete Soldaten in die Kirche ein. Der Sonntagsgottesdienst hatte gerade begonnen. Die Kommunisten nahmen das Kreuz vom Altar und legten es nahe des Ausgangs auf den Boden. Einer nach dem anderen mu├čte die Kirche verlassen und auf das Kreuz spucken. Wer das nicht tat, sollte erschossen werden. Die meisten spuckten, einige taten nur so. Vom Gemeinde├Ąltesten an bis zum Pfarrer. Ein achtj├Ąhriges M├Ądchen spuckte nicht. Sie kniete an dem Kreuz nieder und wischte mit ihrem Taschentuch die Verunreinigung aus dem Gesicht des Christusbildes. Die Kommunisten schossen das M├Ądchen sofort nieder.
Charles de Foucold lebte nach seiner Bekehrung unscheinbar bei den Moslems. Er predigte nicht, er lebte einfach das zur├╝ckgezogene Leben. Er wurde erschossen, weil er einer Gruppe Fanatiker ein Dorn im Auge war. Er starb f├╝r Jesus.
Wenn das Weizenkorn stirbt, bringt es reiche Frucht. Schon seit fr├╝hester Zeit sahen die Christen im Martyrium die Nachfolge Jesu verwirklicht. Das Blut der Martyrer ist der Samen f├╝r neue Christen. Die frohe Botschaft bleibt tot, wenn sie nicht gelebt wird. Wir glauben nicht an ein Buch. Wir glauben nicht an die Druckerschw├Ąrze der Bibel, sondern wir glauben an den lebendigen Gott. Wir glauben nicht an eine Institution Kirche, an ein Geb├Ąude aus toten Steinen, sondern an die lebendige Kirche, den mystischen Leib unseres Herrn. Die Kirche leidet Geburtswehen. Sie wird verfolgt in ihren Gliedern. Doch je mehr man sie bek├Ąmpft, um so herrlicher geht die Saat auf.
Hier in Deutschland sind wir sicher. Wir werden nicht wegen unseres Glaubens verfolgt und get├Âtet. Aber auch uns gilt das Wort vom Weizenkorn. Auch wir sind gerufen innerlich zu sterben, um reiche Frucht zu bringen. Gebet, Bu├če, Almosen. Das sind die Mittel, die uns dabei helfen sollen.
Betrachten wir am heutigen Misereor-Sonntag nur das Almosen. Dieses Wort weckt sofort ein Bild in mir. Ein alter Mann in zerrissener Jacke mit ungewaschenem Gesicht steht vor der Kirchent├╝r und h├Ąlt die Hand auf. Der vorbildliche Christ geht vor├╝ber und wirft ihm eine M├╝nze zu. Ein Almosen. Der brave Christ ist innerlich zufrieden. Welche Gro├čmut!
Wirklich? Ist es das, was die N├Ąchstenliebe von uns fordert? Ist das Weizenkorn gestorben? Oder bleibt es allein? Ich denke, es bleibt allein und bringt keine Frucht.
Wo aber liegt der Fehler? Dieser Christ wendet sich dem Menschen nicht zu. Er sieht ihn kaum. Er fragt sich nicht, ob seine Spende jetzt hilfreich ist, oder das Problem nur verz├Âgert. Er interessiert sich nicht f├╝r das Schicksal des anderen. Er beruhigt sein Gewissen, aber sterben wie das Weizenkorn, das tut  er nicht.
Ist unser Misereoropfer nicht oft auch so ein Almosen? Wir tragen unser Scherflein bei und sind dabei nicht wenig stolz, wie viel da wieder zusammenkommt. Das beruhigt unser Gewissen, aber sterben wie das Weizenkorn, das tun wir dabei nicht.
In den Elendsvierteln der ganzen Welt sind Stra├čenkinder auf Touristen spezialisiert. Die reichen Reisenden zerflie├čen vor Mitleid, wenn sich ihnen die kleinen H├Ąnde entgegenstrecken. Was ist schon ein Dollar! Die Kinder liefern das erbeutete Geld zuhause ab. Betteln lohnt sich. Ein erwachsener Arbeiter bringt nicht soviel zusammen. Der Vater setzt das Geld in Alkohol um. Kinder werden missbraucht, misshandelt und wieder auf die Stra├če geschickt. Sie beginnen sich an das Leben auf der Stra├če zu gew├Âhnen. Es gibt Angebote sie von der Stra├če zu holen, aber es ist schon zu sp├Ąt. Die Touristen haben mit ihrem Mitleid geholfen, Bettler zu schaffen. Die s├╝├čen Kinder sind erwachsen geworden, das Geld der Ausl├Ąnder sitzt jetzt nicht mehr so locker. Zu sp├Ąt f├╝r die Kinder, etwas zu lernen. Das Almosen hat die Reichen gl├╝cklich gemacht. Was ist schon ein Dollar? Aber gestorben ist das Weizenkorn nicht. Die Frucht ist der Tod, Raub und Mord.
Misereor leistet Hilfe zur Selbsthilfe. Die Armen brauchen keine Almosen. Sie brauchen unsere Hilfe. Es reicht nicht, ihnen ein paar Mark in den Klingelbeutel zu stecken. Wir sollten uns informieren, die Projekte kennenlernen und dann unterst├╝tzen. Nicht mit einem Almosen, das in keinem Verh├Ąltnis steht mit dem, was wir uns selbst leisten und g├Ânnen.
Liebe Kinder, viele von euch haben f├╝r die Menschen aus armen L├Ąndern gesammelt. Heute k├Ânnt ihr euer Opfer abgeben. Bevor ich als Kaplan nach Peru ging, hat mir ein M├Ądchen ein Schmuckkettchen mitgegeben, das ihr sehr kostbar war. Ich sollte es einem Kind in Peru schenken. Dieses neunj├Ąhrige M├Ądchen hat wirklich verstanden. Wir m├╝ssen etwas von uns selbst weggeben, wenn wir Gutes tun wollen. (Wenn ihr jetzt sp├╝rt, da├č euer Opfer weh tut, wenn ihr wirklich verzichtet aus Liebe zu Gott und den Menschen denen ihr das Geld schenkt, dann seid ihr wie ein Weizenkorn.
Das Weizenkorn muss sterben. Das ist nicht ein fr├Âmmelndes Bild. Wer ernst machen will mit seinem Christsein, der wird sein Opfer sp├╝ren. Verzicht tut weh. Sterben ist keine leichte Sache. Wer sich aber darauf einl├Ąsst, der erf├Ąhrt eine Freiheit und Freude, die durch nichts in der Welt zu ersetzen ist. Dann bringt das Weizenkorn reiche Frucht. Amen.

von Pfr. Michael Roos

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Einf├╝hrung neuer Messdienerinnen und Messdiener in Hessloch am 3. Fastensonntag

Wer in den kleinsten Dingen zuverl├Ąssig ist (Lk 16,10-13)
Liebe Schwestern und Br├╝der im Herrn, liebe Kinder!
Vorbei sind die Tage, in denen die katholische Kirche eine politische Macht darstellte. Vorbei sind die Tage, wo der Einflu├č der katholischen Kirche, die Kultur unseres Landes pr├Ągte. Vorbei die Tage, wo der Alltag der Menschen von Gottesdienst und Gebet durchdrungen war. Vorbei die Zeit der gro├čen katholischen Jugendbewegungen. Die gro├čen Dinge geh├Âren der Vergangenheit an.
Wir k├Ânnen das beklagen, trauern dar├╝ber dass die Massen uns weggelaufen sind, jammern dar├╝ber, dass die Zahl der Kirchenbesucher stetig abnimmt. Wir k├Ânnen uns aber auch wieder auf die kleinen Dinge besinnen, uns in der Seelsorge dem Wesentlichen zuwenden, uns des Einzelnen annehmen.
Die Gruppenarbeit und Vorbereitung der Messdiener und Messdienerinnen ist eine der wichtigsten kleinen Dinge , die wir in unseren Gemeinden heute brauchen. Eine einzigartige Chance f├╝r Kinder einen wirklich lebendigen Bezug zu Gott und seiner Kirche zu bekommen.
Warum brauchen wir Messdiener? Es geht nicht darum, dass wir da vorne eine paar Kleiderst├Ąnder mehr herumlaufen haben. Es geht auch nicht darum, dass der Pfarrer oder Kaplan einen Handlanger hat, weil er zu faul ist selbst sein Zeug zu holen. Wir brauchen Messdiener und Messdienerinnen, damit Gott in diesem Haus verherrlicht wird. Der Ministrant steht ganz nahe am Altar. Er geh├Ârt zu einem einzigartigen Schauspiel, das den Himmel widerspiegeln soll.
Wer war schon einmal bei den Karl May Festspielen? Auf der Freilandb├╝hne soll der wilde Westen wieder aufleben. Da gibt es Cowboys, Pferde, Revolversch├╝sse und Staubwolken. Es bleibt ein Schauspiel, aber wer daran teilnimmt der f├╝hlt sich in die Zeit Winnetous und Old Shatterhands zur├╝ckversetzt.
Auch hier in der Kirche ereignet sich ein Schauspiel. Hier aber sollen die Menschen nicht in die Vergangenheit versetzt werden, hier tauchen wir ein in das Geheimnis das im Himmel geschieht. Himmlische Liturgie wird abgebildet. Alle Zeichen und Gesten, Bekreuzigungen und Kniebeugen, ja die ├Ąu├čeren Haltungen des Stehens, w├╝rdevollen Gehens und die Art und Weise wie wir die H├Ąnde halten. Alles das geh├Ârt zu diesem Schauspiel dazu.
Ein Rausch f├╝r die Sinne: Farbenfrohe Pracht wenn die Ministranten in geordneter Weise einziehen in das Gotteshaus. Frohe Glockent├Âne. Geheimnisvoller Duft wenn das Weihrauchfass geschwenkt wird. Die Liturgie der Kirche hat die Menschen aller Jahrhunderte fasziniert, weil sie sp├╝rten, dass dieses Schauspiel mehr ist als Theater. Denn Gott ist ja wirklich gegenw├Ąrtig auf dem Altar. Der ganze Himmel ist zugegen. Kein Engel, kein Heiliger fehlt, wenn wir das gr├Â├čte Geheimnis unseres Glaubens feiern. Die heilige Kommunion, Jesus selbst ist bei uns.
Auch wenn wir es niemals schaffen werden, dass das Schauspiel des Gottesdienstes auch nur im entferntesten dem des Himmels gleicht, gilt jedem von uns: Wer in den kleinsten Dingen zuverl├Ąssig ist, der ist es auch in den gro├čen. Auf jeden Messdiener kommt es an. Worauf kommt es denn an? Was sind das f├╝r kleine Dinge, die Jesus meint? P├╝nktlichkeit, sich darauf verlassen k├Ânnen, dass der kommt, der eingeteilt ist, Freude dabei zu sein . Viele kleine Dinge, schon die Art und Weise wie ich mitfeiere, ob ich mitsinge oder nicht, machen das Ganze aus.
Wir haben in unserer Vorbereitung auf den Tag der Einf├╝hrung der Messdiener sp├Ąt abends die Kirche besucht um zu beten. Niemand au├čer uns war hier. Es war dunkel, aber der Altar mit der Monstranz war erleuchtet von roten Kerzen. Jeder neue Messdiener trug eine Kerze mit sich in das Gotteshaus hinein und stellte sie mit auf den Altar. Genau das geschieht nun in Wirklichkeit. Jeder Messdiener soll hier im Altarraum wie eine Kerze leuchten.
Ich w├╝nsche unseren neuen Messdienern, dass sie diese Gebetsnacht nie vergessen. Wann immer wir hier zusammenkommen um Jesus anzubeten. Wenn der Priester die Hostie erhebt, dann k├Ânnen wir daran denken: Jesus ist mir ganz nahe, er liebt mich und ich liebe ihn. Dann wird das Schauspiel hier schon jetzt lebendig, und einmal werden wir auch im gro├čen erleben, was wir hier im Gotteshaus im kleinen begonnen haben. Amen.

Vertrauensvoll bitten wir den Herrn:

F├╝r unsere neuen Messdiener und Messdienerinnen.. Schenke ihnen Freude in ihrem Dienst.

F├╝r alle unsere Messdiener! Lass sie immer zuverl├Ąssiger in den kleinen Dingen werden, damit sie es auch in den gro├čen sein k├Ânnen.

F├╝r die Eltern, Gro├čeltern und Gruppenleiter. Lass sie durch den Dienst und das Gebet, der ihnen anvertrauten Kinder reichen Segen erfahren.

F├╝r unsere Kommunionkinder. Wecke in ihnen den Wunsch Dir ganz nahe zu sein.

Herr unser Gott, dir sei Lob und Ehre in alle Ewigkeit. Amen

von Pfr. Michael Roos

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Gedenke Mensch, dass du Staub bist

Liebe Schwestern und Br├╝der in Christus,

Wir sind uns nicht wirklich bewusst, was es hei├čt: ich muss einmal sterben. Sicher, wir wissen darum, aber im letzten verdr├Ąngen wir diese Wahrheit doch. Deshalb ist es gut, wenn wir einmal die Stunde unseres Todes betrachten. Nicht ohne Grund stellt die Liturgie das an den Beginn der Fastenzeit.
Wir wissen nicht wie unser Ende einmal aussehen wird. Vielleicht rafft uns eine Krankheit pl├Âtzlich hinweg, oder wir m├╝ssen lange auf dem Sterbelager leiden. Schon morgen kann unser Auto ins Schleudern geraten. Es gen├╝gt, die Zeitung aufzuschlagen, um zahlreiche weitere M├Âglichkeiten kennenzulernen. Wenn wir lesen: bei einer Karambolage auf der Autobahn gab es zehn Tote, dann ber├╝hrt uns das nicht viel. Von diesen zehn Toten hat vermutlich keiner damit gerechnet, dass sein Leben so pl├Âtzlich und unerwartet beendet wird. Genauso wie wir. Weshalb gerade ich? denken wir. Eines ist sicher: unsere Todesstunde r├╝ckt mit jedem Herzschlag n├Ąher. In jedem Gegr├╝├čet seihst du Maria kommt das zur Sprache. Wenn wir beten: jetzt und in der Stunde unseres Todes, dann ist w├Ąhrend wir diese Worte aussprechen die Zeitspanne zwischen dem "jetzt" und der "Todesstunde" kleiner geworden. Irgendwann wird das "jetzt" und die Stunde des Todes zusammenfallen.
Jesus sagt: "Seid wachsam, denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt." (Mt 24,42) Unsere Lenden sollen umg├╝rtet sein, und unsere Lampen sollen brennen. Wie Menschen, die bei einer Hochzeit auf den Hausherr warten, m├╝ssen wir bereit sein, ihm sogleich zu ├Âffnen, wenn er kommt. Der Tod kommt wie der Dieb in der Nacht. Wir wissen nicht wann der Dieb in unser Haus einbrechen will, deshalb m├╝ssen wir immer darauf gefasst sein. (vgl Lk 12)
Damit wir das in der Hast des Alltags nicht vergessen, ist es gut, wenn wir uns jetzt einmal geistig in diese Stunde versetzen. Da liege ich auf dem Krankenlager, umringt von denen die mich lieben. Einige weinen, man reicht mir ein Sterbekreuz. Alles, was mir im Leben so wichtig war: der Beruf, Karriere und Erfolg, ein sch├Ânes Haus, Vergn├╝gungen, Freizeit. Alles ist mit einem Mal bedeutungslos. Was w├╝rde ich nicht alles um eine einzige Stunde geben, aber es bleibt keine Stunde mehr. Schon setzt der Todeskampf ein. Noch einige Augenblicke und ich lasse all das zur├╝ck.
Es wird keinen Tag dauern. Gleich nach unserem Hinscheiden schafft man unsere Leiche aus dem Haus. Anfangs wird unser Grab mit Blumen ├╝bers├Ąt sein, aber glauben wir nicht, dass unser Tod den Freunden und Verwandten allzu lange das Herz brechen wird. Das Leben geht weiter, auch ohne uns. In f├╝nfzig Jahren werden die meisten von uns irgendwo unter der Erde liegen, ohne beachtet zu werden. Das ist das Ende alles irdischen.
Wir denken zu wenig daran, denn oft streben wir zu viel nach Dingen, die in einer feuchten Grube ihr Ende finden . Jene Dinge, auf die es im letzten ankommt, spielen selbst bei uns Christen eine untergeordnete Rolle.
Was aber ist nun das Wichtige? Wie k├Ânnen wir dem Tod ohne Furcht entgegensehen? Die Antwort ist Christus selbst: Er ist das Leben. Durch Ihn haben wir das Leben. So wie Paulus schreibt: Jesus hat den Tod auf sich genommen, "um durch den Tod den zu entmachten, der des Todes Gewalt besitzt, n├Ąmlich den Satan, und alle zu erl├Âsen, die in der Furcht des Todes das ganze Leben hindurch einer Versklavung verfallen waren." (Hebr 2,14-15) Dies trifft genau die Situation des modernen Menschen. Er f├╝rchtet den Tod und deshalb flieht er in einen Rausch der S├╝nde, um nicht daran erinnert zu werden. Gott hat uns aus dieser Sklavenschaft befreit, Er hat dem Tod den Stachel genommen. F├╝r Menschen, die Gott lieben, ist der Tod die Geburt zum wahren Leben.
Ein Bild aus dem Alten Testament soll das verdeutlichen. Als Gott das Volk Israel aus der Sklavenherrschaft der ├ägypter befreite und das erw├Ąhlte Volk hinausf├╝hrte in die W├╝ste, da begannen schon sehr bald die Israeliten zu murren. W├Ąren wir doch bei unseren Fleischt├Âpfen in ├ägypten geblieben. Die W├╝ste ist ein Bild f├╝r den Tod. Auf unser Pilgerwanderung ins Gelobte Land des Himmels ist sie nur eine Zwischenstation. Wenn wir uns nun an den irdischen G├╝ter h├Ąngen, uns sehnen nach den Fleischt├Âpfen der ├ägypter, dann werden wir niemals den Tod als den Weg zu Gott annehmen k├Ânnen.
Vor wenigen Jahren noch war das Leben der meisten Christen von der Sicht der sog. letzten Dinge gepr├Ągt. Heute ist selbst Kirchg├Ąngern oft das richtige Verh├Ąltnis zu den Grundfragen unseres Lebens verlorengegangen. Die Realit├Ąt des Todes wird systematisch aus dem Alltag verdr├Ąngt. Wollen wir ein christliches und bewusstes Leben f├╝hren, dann d├╝rfen wir hier nicht mitmachen. Jesus selbst hat eindringlich gesagt, wie bedeutungsschwer unser kurzes irdisches Leben f├╝r die ganze Ewigkeit ist. "Was n├╝tzt es, wenn ein Mensch die ganze Welt gewinnt, er aber an seiner Seele Schaden leidet."
Alle Heiligen haben oft den eigenen Tod betrachtet. Don Bosco machte mit seinen Buben regelm├Ą├čig einen Einkehrtag des "guten Todes". Heute versucht man Kinder von der Wirklichkeit des Todes fernzuhalten. Der Tod ist ein Tabuthema geworden. Nicht so Don Bosco. Er wusste, wie wichtig es ist, das ganze Leben auf das letzte Ziel des Menschen hin zu sehen. Deshalb forderte er die Jungen auf, sich vorzustellen, dass heute ihr letzter Tag sei. Seine Sch├╝tzlinge beteten, beichteten und empfingen in gro├čer Liebe die Heilige Kommunion, als sollte es das letzte Mal sein. Unsere Gebete w├Ąren um vieles tiefer, wenn wir stets daran d├Ąchten: das k├Ânnte mein letztes Vater unser, meine letzte heilige Messe sein.
Gedenke Mensch, dass du Staub bist. Das hei├čt: Wir sind f├╝r mehr bestimmt als ein rein irdisches Leben. Gott will, dass wir uns im Getriebe und in der Hektik nicht selbst verlieren. Fastenzeit besteht nicht darin, dass wir weniger Schokolade essen, sondern dass wir uns ganz einlassen auf Gott. Wir sind nur Gast auf Erden, singen wir bei Beerdigungen. Unsere Heimat ist bei Gott. Schon jetzt sind wir seine Kinder, die sich sehnen f├╝r immer bei ihm zu sein.
Gedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zur├╝ckkehrst. Gedenke Mensch, dass die Sch├Ątze dieser Welt vergehen. Du aber bist f├╝r die Ewigkeit bestimmt. Amen.

von Pfr. Michael Roos

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K├Ânnen die Hochzeitsg├Ąste fasten?

Liebe Schwestern und Br├╝der im Herrn,
Fastnacht ist etwas urkatholisches. Feiern ist etwas urkatholisches. Von der Lust katholisch zu sein, handelt ein Buch, das entgegen aller M├Ąkelei und ungesunder Versch├Ąmtheit vieler Katholiken, zeigt, da├č katholisch sein und Freude haben zusammen geh├Âren.
(Wir haben Feste gefeiert: Was war sch├Ân?)
Die Menschen damals haben sich gefreut. Jesus war bei ihnen. Ein Fest der Sinne. Dieser Jesus begeistert. Welch ein Auftreten. Welch ungeheuren Wunder. Brotvermehrung und Heilungen. Alle freuen sich bei ihm zu sein, ihm zuh├Âren zu k├Ânnen. Alle? Nein. Es gibt sie auch damals schon, die Spielverderber und M├Ąkelnden Stimmungsvergifter. Sie k├Ânnen sich nicht freuen, finden immer einen Grund zu meckern. Warum fasten deine J├╝nger nicht?
Ein Fest wird gefeiert. Auch da kommt es vor. Einer der alles herunterzieht: ├äh, ist das langweilig. Missmutig sitzt er oder sie da. Selbst verschenkt er oder sie keine Freude. Kein L├Ącheln, kein gutes Wort. Alles was andere vorschlagen, wird sofort abgelehnt, l├Ącherlich gemacht.
Einzelne k├Ânnen alles kaputt machen. Zerst├Âren f├Ąllt leichter, als etwas aufzubauen.
Fastnacht ist etwas urkatholisches. Denn wirklich Fastnacht feiern kann nur der, der von innen heraus froh ist. Mit einem Grinsen und lautstarkem Helau stellt sich nicht automatisch Freude ein. Auch das Bes├Ąufnis ersetzt nicht die innere Freude.
Wirklich feiern kann der, der mit Gott lebt. Die Fastnacht kommt aus den Domen, weil Freude nur in Gott m├Âglich ist. Katholisch wird heute vielfach mit lustfeindlich gleichgesetzt. Das ist ein falsches Klischee, das von Kirchenfeinden und einigen Superfrommen tapfer aufrecht erhalten wird. Puritanismus ist eine Erfindung des Protestantismus. Die katholische Kirche hat es immer verstanden Leib und Seele als Einheit zu sehen. Die katholische Kirche ist sinnlich. Alles muss erlebt, angeschaut, gerochen und ber├╝hrt werden. Die Barockzeit hat diese Lebenslust zum Ausdruck gebracht. Wir m├╝ssen den Menschen von heute wieder deutlich machen, dass es Lust macht in die Kirche zu gehen. (zeigen dass Fastnacht aus der Kirche kommt: Amen-Helau, Farbenpracht -Luftschlangen, Singen - Schunkellieder, Kniebeuge-Tanz)
Die Kinder verstehen das. Die Kinder sind begeistert dabei, erleben die Feier der Messe lustvoll mit, wenn sie richtig darauf vorbereitet werden. Vielen erwachsenen Christen ist dieser Pepp verloren gegangen. L├Ąstige Pflicht, wo doch eigentlich Freude sein m├╝sste. Warum fehlt uns die innere Freude? Weil wir das eigentliche vergessen haben. Ob ein Fest gelingt, h├Ąngt nicht in erster Linie von ├Ąu├čeren Umst├Ąnden ab, sondern von uns selbst. Wer wirklich mitbetet, wer wirklich mitsingt, wer sein Herz in diese Feier gibt, der wird Freude erfahren. Und der kann dann auch an Fastnacht von innen heraus befreit lachen, weil Gott ihn frei macht. Amen.

von Pfr. Michael Roos

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Ein Licht, das die Heiden erleuchtet

Liebe Schwestern und Br├╝der im Herrn
Flackernde Reklameleuchten und gleisende Neonlichter. Wir leben in einer Welt des Lichtes.
Ein Knopfdruck gen├╝gt. Aus dem Flugzeug betrachtet gleichen unsere St├Ądte in der Nacht einem Lichtermeer. K├Ânnen wir ├╝berhaupt noch die Bildersprache der Bibel nachvollziehen?
Die Menschen damals lebten mit der Natur verbunden. Licht und Finsternis waren t├Ągliche Erfahrungen, die wir vielleicht noch in der Osternacht miterleben k├Ânnen, wenn das Kerzenlicht sich langsam im Kirchenraum ausbreitet. Aber selbst in der Osternacht dauert es nicht lange. Die grellen Gl├╝hlampen erhellen bald alles.
Das Licht kam in die Finsternis. Klein und unscheinbar. Das Dunkel wirkt ├╝berm├Ąchtig, aber die flackernde Flamme dringt tief hinein. Niemand wird aber gezwungen. Das Licht Gottes ist kein greller Neonscheinwerfer, der bis in den letzten Winkel vordringt, den Menschen gleichsam mit Gewalt aus dem Dunkel rei├čt. Eine kleine Flamme l├Ądt uns ein. Fragt uns: Liebst du die Finsternis mehr als das Licht?
Gott hat seinen Sohn gesandt, uns zu retten, nicht um die Welt zu richten. Wer nicht glaubt, ist schon gerichtet. Gott braucht niemanden, um gl├╝cklich zu sein. Wenn wir die Finsternis mehr lieben als das Licht, dann tragen wir allein die Verantwortung daf├╝r, wenn wir unzufrieden sind. Wenn wir uns aber entz├╝nden lassen, dann werden wir selbst zu einer hellen Flamme, die uns und andere erw├Ąrmen kann.
Wie angenehm und friedensstiftend ist es, wenn wir in das sanfte Licht einer Kerze blicken. Alles wird in warme Farben getaucht. So ein Licht sollen wir sein. Unser Glaube darf nicht aufdringlich sein. Sekten vergewaltigen die Freiheit des Menschen. Sie blenden die Augen mit einem glei├čenden unnat├╝rlichen Licht. Die Schatten die dann geworfen werden sind hart: es gibt nur gut und b├Âse, schwarz und wei├č.
Jesus sendet uns in die Welt um Zeugnis zu geben, aber dieses Zeugnis ist unauff├Ąllig. Die Menschen sollen sich geborgen f├╝hlen, gew├Ąrmt im flackernden Licht unseres Glaubens. Zahlreiche Schattierungen geh├Âren zum katholisch sein. Die verschiedensten Richtungen, Schwerpunkte, aber doch eint das eine Licht. Missionseifer bedeutet nicht, dass wir dem Mitmenschen bei jeder Gelegenheit die Wahrheit wie einen nassen Lumpen um die Ohren schlagen. Wir sollten zuh├Âren k├Ânnen, aber dann auch Antwort geben, wenn es passt. Die Liebe Gottes verk├╝nden, so wie man einen Mantel sanft um die Schulter des anderen legt.
Das kleine flackernde Licht ist die Torheit Gottes. Bel├Ąchelt von den Medien und klugen K├Âpfen, tr├Ągt dieses Licht Gottes unendliche Kraft in sich. Die Torheit Gottes ist kl├╝ger als die Weisheit der Menschen. Eine stille Revolution liegt darin. Es braucht keine Macht, keinen Einfluss und kein Geld, um das Licht Gottes auszubreiten. Es braucht nur Menschen, die sich entz├╝nden lassen. Frauen, M├Ąnner und Kinder, die sich anziehen lassen von dem Licht Christi.
Viele gehen an der Kirche vorbei, und wenn sie hereinkommen, bemerken sie das Licht nicht, das hier brennt. Jesus ist hier. Das ewige Licht ist nur ein Bild daf├╝r. Leise und unscheinbar verbirgt sich Jesus in der Kommunion. Er wartet geduldig, Tag f├╝r Tag. Menschen verlieren sich selbst in der Hektik. Manager hasten von einem Termin zum anderen, aber das kleine Licht wartet hier in der Kirche. Lassen wir uns einladen: Gehen wir einmal in das Gotteshaus, wenn gerade keine Messe gefeiert wird. Vielleicht wenn es schon dunkel ist. Nur das ewige Licht durchbricht die Finsternis. Alles ist still. In der Ruhe begegnen wir Gott. Unser Gebet ist zu laut geworden. Selbst im Gottesdienst fehlt die Stille. Hier aber vor dem Tabernakel entz├╝ndet uns Jesus selbst. Er ist wirklich da, ganz nahe und ich bin bei ihm. Ein unbegreifliches Wunder. Jesus schaut mich an, und ich schaue ihn an. Es braucht keine Worte. Die Liebe ist Gebet.
Nun l├Ąsst du Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen V├Âlkern bereitet hast. Ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit f├╝r dein Volk Israel. Das ist tr├Âstlich zu wissen: Jesus ist das Licht, er erleuchtet uns mit der Flamme der Liebe. Amen.

von Pfr. Michael Roos

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Kommt und folgt mir

Liebe Schwestern und Br├╝der im Herrn,
"Ich bin kein ├╝bertriebener Christ, ich renne nicht jeden Sonntag in die Kirche." So oder ├Ąhnlich sprechen heute nicht wenige. Man merkt dass sie darauf stolz sind. Weg mit dem Geist der Enge. Wir wollen frei sein und selbst bestimmen. Wie kommt die Kirche ├╝berhaupt dazu Verpflichtungen wie das Sonntagsgebot aufzuerlegen? Wo sagt Jesus denn, dass wir regelm├Ą├čig die Sonntagsmesse besuchen sollen? Das mu├č doch jeder f├╝r sich entscheiden. Ich bete im Wald viel besser, als mit der Gemeinde. Die Sonntags in die Kirche rennen, sind auch nicht besser. Nach der Messe ziehen die dann doch nur ├╝ber die anderen her. Der Pfarrer nervt mich und der Kaplan singt so schr├Ąg.
Viele Christen haben den Sinn f├╝r die gemeinsame Eucharistiefeier verloren. Manche kommen nur zu besonderen Gelegenheiten: Weihnachten und Ostern. Andere kommen nur zu Familiengottesdiensten. Viele kommen ├╝berhaupt nicht mehr.
Und dennoch bleibt die Sonntagspflicht ein wichtiges Anliegen der Kirche. Im Katholischen Katechismus der Kirche hei├čt es: Die sonnt├Ągliche Eucharistie legt den Grund zum ganzen christlichen Leben und best├Ątigt es. Deshalb sind die Gl├Ąubigen verpflichtet, an den gebotenen Feiertagen an der Eucharistiefeier teilzunehmen, sofern sie nicht durch einen gewichtigen Grund (z.B. wegen Krankheit, Betreuung von S├Ąuglingen) entschuldigt oder durch den Pfarrer dispensiert sind. Wer diese Pflicht absichtlich vers├Ąumt, begeht eine schwere S├╝nde.
Wir tun uns heute schwer mit solchen Geboten. Deshalb ist es gut, nach dem inneren Grund einer solchen Forderung zu fragen.
Wir brauchen die innere Beziehung zu Christus. Von ihm erhalten wir in der Eucharistie die Lebenskraft. Wir m├╝ssten geistlich verdorren, wenn wir uns selbst von ihm trennen. Wie der Rebzweig verdorrt, der nicht am Weinstock bleibt. Das haben wir letzten Sonntag betrachtet. Jesus vermittelt uns die Gnade, wie der Weinstock das Wasser in den Wurzeln aufnimmt, um es an die Zweige weiterzuleiten. Jesus ist unsere Verbindung zu Gott, weil er als Gottmensch, Gesch├Âpf und Sch├Âpfer in sich vereint hat.
In der Taufe sind wir Glieder des mystischen Leibes Jesu Christi geworden. Nur wenn diese Einheit st├Ąndig gen├Ąhrt wird, bleiben wir lebendige Glieder. Dies geschieht im Gebet und in ganz besonderer Weise in der Feier der sonnt├Ąglichen Eucharistie. Der Sonntag als der neue Sabbat. Gott braucht uns nicht, um gl├╝cklich zu sein. Der Sabbat ist f├╝r den Menschen da, nicht der Mensch f├╝r den Sabbat. Die Sonntagsmesse ist ein unendliches Geschenk an uns Menschen. Wie aber kommt die Kirche dann dazu, uns zwingen zu wollen, dieses Geschenk anzunehmen?
Die Kirche stellt Gebote auf, nicht aus Willk├╝r oder um gen├╝gend Leute in den B├Ąnken sitzen zu haben, die ihr Scherflein in den Opferkorb werfen, sondern die Kirche erf├╝llt ihren Auftrag. Jesus sagt: Wer euch h├Ârt, h├Ârt mich. Oder : Was ihr auf Erden bindet wird auch im Himmel gebunden sein. Was ihr auf Erden l├Âst, wird auch im Himmel gel├Âst sein. Verpflichtungen sollen helfen. Wenn alle Menschen verantwortungsvoll Auto fahren w├╝rden, dann m├╝sste man keine Geschwindigkeitsbegrenzungen aufstellen. Gebote sch├╝tzen wertvolle G├╝ter. Die Sonntagspflicht verhindert, dass wir das zentrale Geheimnis unseres Glaubens vernachl├Ąssigen. In keiner Ehe, Freundschaft und in keiner Gesellschaft ist es m├Âglich ohne Verbindlichkeiten auszukommen.
Die Kirche gibt ein Mindestma├č an geistlicher Aktivit├Ąt vor, um unseren Glauben zu sch├╝tzen. Als moderne Menschen neigen wir leicht dazu, selbst die Kirche zur Bed├╝rfnisanstalt zu degradieren. Ich gehe dann, wenn ich das Bed├╝rfnis habe, wenn mir danach ist. Keine Ehe kann so bestehen: ich k├╝mmere mich um die Kinder, wenn ich Lust habe. Ich rede mit meinem Gatten, wenn mir danach ist. Das f├╝hrt notwendig zur Beliebigkeit und zum Scheitern. Die Einsicht: Ja ich k├╝mmere mich um die Kinder, weil ich ihr Vater oder ihre Mutter bin, weil das meine Pflicht ist, weil sie mich brauchen, auch dann wenn es mir schwerf├Ąllt. Auch das ist eine Verpflichtung. Wenn ich darum wei├č, dann hilft das, auch dann durchzuhalten, wenn die Kinder nerven und die Harmonie mit dem Ehegatten schon lange nicht mehr besteht.
Wir sind keine Engel. Unsere Natur ist geschw├Ącht und wir neigen zur Bequemlichkeit. Unsere Einheit mit der Gemeinschaft der Gl├Ąubigen, unsere Einheit in Christus darf nicht nur theoretisch sein, sondern will gelebt werden . Der Gottesdienst am Tag des Herrn ist sichtbarer Ausdruck dieser Einheit.
Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Jesus wei├č am besten, was wir brauchen, um mit ihm verbunden zu bleiben. Auch der Spaziergang im Wald ist wertvoll. Aber auch dann, wenn uns die Messfeier scheinbar kalt l├Ąsst uns scheinbar nichts bringt, auch dann oder vielleicht gerade dann bringt Gott in uns Fr├╝chte hervor. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine J├╝nger werdet. Kommt und folgt mir. Gebe Gott, dass dieser Ruf uns wegrei├čt von den Netzen der Bequemlichkeit. Amen.

von Pfr. Michael Roos

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Seit treu bis in den Tod dann werde ich euch den Kranz des Lebens geben

Mit den drei Strophen des Festtagsliedes ist Ihnen der Lebenslauf und das Schicksal des heiligen Sebastianus wieder ins Ged├Ąchtnis und in Erinnerung gerufen worden. Auch das Tagesgebet eben legt Wert auf den alltagspr├Ągenden Glauben, auf die Standhaftigkeit und Treue. Sie wissen selber, die Treue hat weithin ihre Bedeutung und ihren Wert eingeb├╝├čt; der st├Ąndige Wandel in der Gesellschaft, in der Technik, in der Wissenschaft und das teilweise schlechte Vorbild unserer derzeitigen Verantwortlichen (auch politischen Verantwortlichen), hat leider auch auf die pers├Ânlichen ├ťberzeugungen und Ansichten der Normalb├╝rger ├╝bergegriffen; viele wollen sich nicht mehr festlegen und binden; die T├╝ren bleiben nach beiden Seiten hin offen, wie es sich f├╝r eine Spa├čgesellschaft geh├Ârt. Das hat zur Folge, dass jeder Durchzug, jeder Windhauch die Menschen in ihrer Meinung wanken l├Ąsst. Gibt es keine Sicherheit mehr, keine Wahrheit, die bleibt, keine Verl├Ąsslichkeit, keine Treue mehr? Die heilige Schrift, die uns Gottes sicheres Wort ├╝berliefert und zu deren Lesung wir jetzt im ├Âkumenischen Bibeljahr mit dem Motto "suchen und finden aufgerufen sind, lehrt uns die unumst├Â├člichen Grundhaltungen des Glaubens und mahnt uns unter anderem ungez├Ąhlte Male zur Treue, wenn sie vom getreuen Knecht spricht, von dem der im Geringsten, im Wenigen treu ist, vom Rat treu zu sein oder Gottes Treue preist. Die Treue zu Christus, die Treue im Glauben darf und sollte bei einem, der Christus als Sohn Gottes erkannt hat, ihn liebt und in der Gemeinschaft mit ihm in seiner Kirche lebt, kein Grund sein f├╝r Wankelm├╝tigkeit. Sie, wie ich, sollten Schneid haben, damit nicht nur die M├Ąrtyrer die Worte vernehmen:
"Sei treu bis in den Tod, dann werde ich dir den Kranz des Lebens geben "(Offb 2, 10).
Nat├╝rlich ist die Voraussetzung und der Grund aller Treue die Standhaftigkeit, das unbedingte Feststehen in dem, was man als wahr erkannt hat und wof├╝r man sich entschieden hat, auch wenn daran ger├╝ttelt wird z. B. auch an einem Gelobten Tag, am Gro├čen Gebet, Bittprozessionen und, und, und. Standhaftigkeit verlangt deshalb Kraft, Mut und Ausdauer zu einer gesunden Tradition. Wahrer Glaube ertr├Ągt Einspruch und Widerstand und bleibt dabei nicht in der Defensive, in der reinen Abwehrhaltung. Ein ├╝berzeugter Christ wei├č sich wohl zu verteidigen und Gegenargumente zu widerlegen. Deshalb ist das Lesen in der Heiligen Schrift so wichtig und ein "Roter - Faden" der Kirchengeschichte.
Unser heiliger Sebastianus ging aber zugleich auch in die Offensive, er wollte Gegner ├╝berzeugen und gewinnen, so wird es uns ├╝berliefert. Mutig soll er die gefangenen Christen besucht und gest├Ąrkt haben. Kaiser Diokletian (284-305) lie├č ihn daraufhin mit Pfeilen erschie├čen. Dem Tod ├╝berlassen, soll ihn Irene, die Witwe des heiligen Castulus, wieder gesund gepflegt haben. Als der todgeglaubte wieder zu sich kam, trat er erneut vor den Kaiser und sagte: "Durch gottlose Betr├╝gereien t├Ąuschen dich die G├Âtzenpriester und verleumden die Christen, als seien sie Feinde des Reiches. Und doch wird durch ihr Gebet der Staat gesegnet und w├Ąchst. Deswegen hat mein Herr Jesus Christus mich wieder zum Leben kommen lassen, damit ich vor dir und dem ganzen Volk bezeuge, dass du durch ungerechtes Urteil die Verfolgung gegen die Diener Christi angezettelt hast. Da lie├č ihn der Kaiser am 20. Januar 288 in das Hippodrom des Palatin bringen und durch Keulenschl├Ąge t├Âten.
Solchen wehrhaften und sieghaften Glauben finden wir wohl bei den M├Ąrtyrern, ein Glaube, der aber auch bei ihnen keine Selbstverst├Ąndlichkeit war und ist. Vielmehr haben sie um diese Gabe und Gnade Gottes gebetet. Der Herr m├Âge sie st├Ąrken, wenn die Stunde des Bekenntnisses kommt, wenn Zeugnis abzulegen ist ├╝ber den "Grund des Glaubens"
Ja, Schwestern und Br├╝der in Christo, seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erf├╝llt. Die Gabe auch wirklich Rede und Antwort stehen zu k├Ânnen kommt durch den Umgang mit der Bibel. Bibel lesen ist wichtiger als Zeitungen und Illustrierten lesen. Die Mitfeier der heiligen Messe als Dankesfeier f├╝r Jesu Tod und Auferstehung mit Kommunion ist wichtiger als nur Agave-Party; denn nur Jesus Christus ist der wahre Sinninhalt unseres Lebens. Auch wenn es in unserer Gesellschaft auch im Gemeindeleben momentan so aussieht, dass die beiden Schlusss├Ątze des heutigen Evangeliums nicht tragisch f├╝r einen werden k├Ânnen bzw. Wirklichkeit werden k├Ânnten, so will ich doch so schlie├čen:
Heiliger Sebastian, wir bitten dich, auch stellvertretend f├╝r die Nicht-Anwesenden, nimm alle Lauheit, alle Unsicherheit und alle Wankelm├╝tigkeit aus unseren Herzen, erbitte uns Standhaftigkeit und Treue, Festigkeit und Verl├Ąsslichkeit im Glauben und Mut, unser Christsein auf Jesu Wort und Tradition zu gr├╝nden, und lasse unsere jungen Leute "Jesus-Begeisterte" werden!

von Pater Franziskus Ruppert

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Ich bin der Weinstock

Liebe Schwestern und Br├╝der in Christus, liebe Kinder!
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Rebzweige. Das gilt f├╝r alle Getauften, ganz besonders aber f├╝r die Kommunionkinder, die dieses Jahr an der vollen Gemeinschaft mit Christus teilhaben. So wie der Weinstock die Reben mit Wasser versorgt, so n├Ąhrt uns Jesus in der heiligen Kommunion.
Auf diese Verbindung mit Jesus kommt es an. Eine Rebe, die auf der Erde herumliegt, nicht mehr verbunden ist mit dem Stamm, verdorrt. Ein Christ, der nicht betet und den Gemeindegottesdienst meidet verdorrt innerlich.
Das l├Ąsst sich nirgendwo so deutlich beobachten, wie gerade bei Kommunionkindern. Die Kommunion ist ein neuer Anfang. Kinder sp├╝ren die Kraft und Freude dieses Sakramentes. Es gibt zahlreiche M├Âglichkeiten nach der Kommunion ein lebendiger Rebzweig am Weinstock zu sein. Von der Kraft Jesu durchdrungen bringen Kinder s├╝├če Fr├╝chte hervor. Die Sonntagsmesse wird gestaltet von unserer Singgruppe. Messdiener stehen ganz nahe am Altar und wirken an dem heiligen Geschehen mit. Die Kinder bilden in den verschiedenen Gruppen eine Gemeinschaft, die zusammenh├Ąlt und in der sich der einzelne geborgen wei├č. Ein gr├╝ner Rebzweig sein am Stamme Jesus Christus, das bringt viel Freude und Liebe mit sich.
Es geht! Das beweisen die Kinder, die nach ihrer Kommunion immer wieder mit Begeisterung am Gottesdienst und am Gemeindeleben teilnehmen. Warum aber nicht bei allen? Alle haben sich vorbereitet, alle waren mit Freude dabei, aber die neuen Triebe sind noch klein. Zarte Pfl├Ąnzchen brauchen eine besondere F├╝rsorge. Die Eltern m├╝ssen ihre Kinder unterst├╝tzen, wenn sie nicht wollen, dass der Glaube verdorrt. Warum verwechseln wir Freiheit nur immer mit Ungebundenheit. Der Rebzweig, der sich von Jesus getrennt hat, hat viel Platz auf der Erde, niemand der ihm Vorschriften macht. Aber ist er wirklich gl├╝cklich in seiner vermeintlichen Freiheit? Die Ungebundenheit macht uns nicht wirklich frei, sondern zu Sklaven unseres eigenen Ichs. In einer Familie erf├Ąhrt der Vater erst dann wahres Gl├╝ck, wenn er sich Zeit nimmt f├╝r seine Kinder. Er verzichtet auf den Skatabend und durchzechte N├Ąchte, aber in seiner Bindung, seiner scheinbaren Einschr├Ąnkung als Vater findet er die wahre Freude, die dem geschenkt wird, der liebt.
Ein Christ wird erst dann seinen Glauben als befreiend empfinden, wenn er den Glauben lebt. F├╝r viele Menschen ist die Kirche ein Ort der Einengung, der Vorschriften. Dieses Klischee hindert viele daran, sich wirklich auf Jesus einzulassen. Dieses Klischee verhindert, dass Eltern ihre Kinder echte Erfahrungen mit Jesus machen lassen. Kinder brauchen die Unterst├╝tzung der Eltern. Kaum ein Kind wird aus eigener Kraft durchhalten, wenn es Klavierunterricht nimmt. Sobald Schwierigkeiten auftauchen, wird ein Kind alles hinschmei├čen wollen. Nur mit der Unterst├╝tzung der Eltern geht es. Und nur mit dem Vorbild der Eltern wird Glaube erfahren.
Die Gemeinschaft in der Gemeinde ist keine Selbstverst├Ąndlichkeit mehr. Nur Familien, die bewusst ihren Glauben leben, werden aus dieser Kraft heraus Krisen ├╝berwinden. Die Gemeinde ist, mehr noch als fr├╝her, zum Gebet f├╝r die Kommunionkinder aufgerufen. Ich will keinen meckern h├Âren: "Erst machen sie einen riesen Zirkus, und dann ist keiner von den Kindern mehr da." So will ich niemand reden h├Âren, wenn dieser jemand nicht zuvor t├Ąglich eine Stunde f├╝r unsere Kommunionkinder gebetet hat. Am kommenden Sonntag werden Briefumschl├Ąge verteilt. In jedem Brief steht der Name eines Kindes. Wer sich einen mitnimmt, verpflichtet sich f├╝r dieses Kind besonders zu beten.
Ein Ehepaar hat einen der Messdiener nach der Kirche angesprochen: "Wir haben damals vor der Kommunion f├╝r dich gebetet." Es hat geholfen, denn dieser Junge ist tats├Ąchlich ein lebendiger Rebzweig am Weinstock Jesus geworden.
Ich lade Sie ein, w├Ąhrend der Zeit der Vorbereitung immer wieder das Bild des Weinstockes zu besuchen. Schauen Sie sich die Gesichter der Kinder an und schicken Sie f├╝r jeden Einzelnen ein Sto├čgebet in den Himmel. "Mein Jesus la├č diese Kinder mit Dir immer verbunden bleiben. Amen"

von Pfr. Michael Roos

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 "Mehr als ein Fest der Geschenke!"

Liebe Eltern,
"Gottes Liebe ist so wunderbar!" So haben wir schon ├Âfter im Kindergarten gemeinsam gesungen. Gerade an Weihnachten wird diese Liebe Gottes sp├╝rbar. Auch wenn die Hektik der Gesch├Ąftemacherei, die heute mit diesem Fest verbunden ist, uns oftmals st├Ârt. Weihnachten bleibt das Fest der Liebe Gottes. Jesus ist die menschgewordene Liebe Gottes. Wie sehr sind Kinder von der weihnachtlichen Krippe begeistert. Die Kinder brauchen heute mehr noch als fr├╝her diese Erfahrungen der Stille und des Gebetes. Ich bin f roh, dass die Kinder in unserem Kindergarten auch au├čerhalb des Elternhauses religi├Âse Erfahrungen machen k├Ânnen. Das ist heute keine Selbstverst├Ąndlichkeit mehr. Deshalb bin ich allen dankbar, die mitgeholfen haben, dass der Kindergarten "Arche Noah" verwirklicht werden konnte. Die Weihnachtszeit bietet viele Ansatzpunkte, um das kindliche Grundbed├╝rfnis nach Liebe und Geborgenheit anzusprechen. Viele Eltern nehmen sich deshalb die Zeit, mit den Kindern gemeinsam bei Kerzenschein zu singen und zu beten. Es ist sch├Ân, eine Kirche zu besuchen, auch denn, wenn kein Gottesdienst gefeiert wird. Wenn Sie sich so mit den Kindern einstimmen auf Weihnachten, dann wird dieses Fest zu mehr als einem Fest der Geschenke. Denn das eigentliche Geschenk ist Gott selbst. Kinder im Vorschulalter erfahren Gott nicht in frommen Spr├╝chen, sondern in ├Ąu├čeren Zeichen. Der Duft von Tannennadeln und das Licht flackernder Kerzen sind wichtig, damit die Liebe Gottes erfahren wird. Es ist ein gro├čer Unterschied, ob Mama oder Papa vom lieben Gott reden oder ob sie auch selbst die H├Ąnde falten und beten k├Ânnen. Die Kirchen sind an Weihnachten ├╝berf├╝llt, weil nicht nur Kinder ein solches Weihnachten ersehnen.

Ich w├╝nsche Ihnen und Ihren Kindern ein frohes Weihnachtsfest
und eingesegnetes neues Jahr.

                   Ihr Pfarrer Michael Roos

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Seht mein Knecht, den ich st├╝tze,
mein Erw├Ąhlter, an dem ich Wohlgefallen finde

Liebe Schwestern und Br├╝der im Herrn,
Kaffeeklatsch. Die Freundin ist zu Besuch. Nur die Kinder sitzen bei Kakao und Kuchen am Tisch: Ist dein Mann immer noch so unm├Âglich? Ich w├╝rde mir das nicht gefallen lassen! Was der letzte Woche zu den Kindern gesagt hat... - Ja, er war etwas streng, aber manchmal stellt er sich richtig stur. Da hast du schon recht.
Loyalit├Ąt. Sie fehlt in der Familie, der Schule und sie fehlt in der Kirche Gottes. Wie kann ein Reich, das in sich selbst zerstritten ist, Bestand haben? Selbst der B├Âse schafft es zusammenzuhalten, um so St├Ąrke zu zeigen. Wie ist es m├Âglich, da├č das bei denen nicht funktioniert, die doch eigentlich das Gute wollen?
Welchen Wert hat die Erziehung des Vaters, wenn die Mutter vor den Kindern ├╝ber ihn l├Ąstert? Was kann ein Lehrer noch ausrichten, wenn Mama und Papa sagen: diesen Lehrer kannst du vergessen? Wie k├Ânnen Seelsorger fruchtbar wirken, wenn sie hinter dem R├╝cken des anderen schlecht ├╝ber ihn sprechen?
In der geheimen Offenbarung wird das Tier als L├Ąstermaul beschrieben. Und genau das ist ein Mensch, der mit dem Gift seiner Zunge verleumdet. Jakobus vergleicht die Zunge mit dem Ruder eines Schiffes. So klein ist das Ruder und doch lenkt es riesige Schiffe. So klein ist die Zunge und doch kann sie so viel Schaden anrichten. Das f├╝nfte Gebot wird bei vielen Christen schnell ├╝bersprungen: Ich hab doch keinen umgebracht. Wirklich? Wie sieht es aus mit dem, was man Rufmord nennt? Auch das geh├Ârt dazu und kann ebenso schlimm, manchmal noch schlimmer sein als ein leiblicher Mord. Der heilige Franz von Sales warnt eindringlich davor. Wer andere verleumdet ist ein dreifacher M├Ârder: er t├Âtet geistig den, dessen Ruf er zerst├Ârt. Er t├Âtet das Innere seiner Seele, aus der er die Liebe vertreibt und er t├Âtet die Seele dessen der zuh├Ârt, indem er ihn mit der Bosheit seiner Worte vergiftet.
Etwas bleibt immer h├Ąngen. Schon Andeutungen, ja ein Blick oder das absch├Ątzige L├Ącheln k├Ânnen dazu f├╝hren, da├č Vertrauen zerst├Ârt wird. Der hat so eigenartig geschaut! Was, das ist dir gar nicht aufgefallen? Dann achte mal darauf. Die Saat des B├Âsen ist gelegt. Und die Selffulfilling-Prophecy, die sich selbst erf├╝llende Prophezeihung wird wahr. Das n├Ąchste Mal f├Ąllt es mir auch auf. Der schaut tats├Ąchlich so eigenartig. Meine Reaktion darauf ist negativ. Und nun kann es sein, da├č der andere wirklich eigenartig schaut. Die Freundschaft ist dahin: ohne Grund. Das b├Âse Wort ist aufgegangen.
So ist jedes Wort ein Samenkorn. Leider bleibt das Schlechte oft st├Ąrker h├Ąngen. Einmal ges├Ąt wuchert es wie Unkraut und erstickt all das Gute, was vorher war.
Nichts ist verderblicher als Illoyalit├Ąt in der Erziehung von Kindern. Auch das meint Jesus, wenn er sagt: Wehe dem, wer einem dieser Kleinen ├ärgernis gibt. Es w├Ąre besser f├╝r ihn mit einem M├╝hlstein um den Hals in die Tiefen des Meeres geworfen zu werden. Kinder sind der Saat vergifteter Worte st├Ąrker ausgeliefert als Erwachsene, weil sie die tieferen Zusammenh├Ąnge noch nicht durchschauen k├Ânnen. Wenn zerstrittene Eltern ihre Konflikte ├╝ber die Kinder austragen, dann ist das kriminell. Wenn Eltern nicht hinter der P├Ądagogik der Lehrer stehen und das ihren Kindern sagen, schaden sie am meisten ihren eigenen Kindern.
In keinem Betrieb kann der Geist der Illoyalit├Ąt geduldet werden, wenn man nicht rote Zahlen schreiben will. Um wieviel weniger darf es das bei uns Christen geben. "Seht, wie sie einander lieben", haben Nichtchristen bewundernd von der Urgemeinde gesagt. M├╝├čte es bei uns nicht auch so sein? K├Ânnen wir uns das Wort Gottes nicht zu eigen machen: "Seht mein Knecht, den ich st├╝tze." oder "Das ist mein geliebter Sohn" Wie w├Ąre es, wenn wir sagen k├Ânnen: Das ist mein Mitarbeiter, den ich st├╝tze. Das ist mein Bruder, meine Schwester in Christus.
Loyalit├Ąt bedeutet nicht Kritiklosigkeit. Aber loyale Menschen werden den richtigen Ort, die richtige Zeit und vor allem die richtige Person finden, wo sie ihre Kritik sinnvoll anbringen. Wir m├╝ssen - wenn wir gemeinsam arbeiten wollen im Reiche Gottes - am gleichen Strang ziehen, wir m├╝ssen Freunde sein. Und Freunde sprechen nicht ├╝bereinander, sondern miteinander. Das ist meine geliebte Tochter, mein geliebter Sohn. Das sagt uns Gott nicht nur von Christus, sondern von jedem Christen. Amen.

von Pfr. Michael Roos

F├╝rbitten

Herr unser Gott. Wir sind oft schwach, deshalb bitten wir:

"Ohne Loyalit├Ąt gibt es kein christliches Miteinander. La├č uns in der Familie, im Beruf und in der Kirche loyale Menschen sein. Gott unser Vater, wir bitten Dich erh├Âre uns

"Wir neigen dazu ├╝ber andere zu sprechen, anstatt mit ihnen. Schenke uns Mut den Menschen offen zu begegnen. Gott unser Vater wir bitten Dich erh├Âre uns

"Worte k├Ânnen verletzen oder heilen. La├č uns einf├╝hlsame Menschen werden. Gott unser Vater wir bitten Dich erh├Âre uns

Gro├čer Gott. Du st├╝tzt und hilfst jedem Menschen mit deiner Gnade. Mache unsere Herzen weit, damit wir dich einst schauen k├Ânnen wie du bist. Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen.

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"Du bist Gottes geliebtes Kind.

von Generalvikar Pr├Ąlat Dr. Guballa zu Einweihung des Kindergarten Arche Noah
Die "Arche Noah" m├Âge kein Schiff im Regen sein, nicht mit Pech ├╝bermalt, sondern ein ├Âkumenischer Ort f├╝r die Kinder und die ganze Gemeinde sein, in dem "Heil geschieht." 
Dieses Haus wird belebt durch Kinder, "die im tiefsten davon leben, dass Menschen sich ihnen unverstellt zuwenden und sie lieben". Die Kinder haben ein Recht auf diese Liebe, "weil Gott sich ihnen in seiner ganzen Liebe Tag f├╝r Tag zuwendet". Das ist die Botschaft dieser Kindertagesst├Ątte: "Du bist Gottes geliebtes Kind.
 

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